HOME

Leben in Sibirien: Kalt hier. Aber schön! Und lustig!

In loser Reihenfolge porträtieren wir die besten Fotografen der Welt. Diesmal: Ilya Naymushin. Seine Bilder zeigen ein Sibirien jenseits von Putin und Militäraufmärschen.

Gadzhimurat Daaev heißt der junge Mann. Man ahnt es schon: Er studiert an der Ballett Akademie von Krasnoyarsk. Es ist nicht bekannt, wie lange er DAS schon macht oder was er liest. Jedenfalls scheint ihm nichts weh zu tun.

Gadzhimurat Daaev heißt der junge Mann. Man ahnt es schon: Er studiert an der Ballett Akademie von Krasnoyarsk. Es ist nicht bekannt, wie lange er DAS schon macht oder was er liest. Jedenfalls scheint ihm nichts weh zu tun.

Krasnoyarsk. Eine Stadt mitten in Sibirien, nicht gerade der Nabel der Welt, obwohl die Grenze zur Millionenstadt fast geknackt ist. Das Kraftwerk am Stausee ist, wie sich das gehört, auf dem 10-Rubel-Schein abgebildet. Die Brücke heißt "kommunale Brücke" und es gibt einen 28 Stockwerke hohen Büroturm, der niemals vollendet wurde. Das war's dann aber auch schon mit den Klischees von der russischen Provinzstadt. Krasnoyarsk erinnert in den Bildern von Ilya Naymushin eher an Minneapolis oder Birmingham. Eine ganz normale Stadt mit einem ganz normalen urbanen Leben voller durchgeknallter Leute. Es gibt eine ganze Menge Veranstaltungen in Krasnoyarsk, man begegnet hübschen Bräuten, durchdrehenden Reifen, Hipsterfriseuren und natürlich einem Winterschwimmer-Club.

Ilya Naymushin versteht sich als Chronist seiner sibirischen Heimat. Von sich selbst sagt der Fotograf, er sei einer der wenigen in diesem unendlichen Sibirien, der der Welt da draußen erzählen kann, was in diesem Teil Russlands so los ist. Putin und Militär tauchen in seinen Bildern übrigens nicht auf - auch mal schön.

Themen in diesem Artikel