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Helmut Newton: Helmut Newton übergibt seine Fotosammlung an Berlin

Der Fotograf Helmut Newton wird einen Großteil seiner Werke künftig dauerhaft in seiner Geburtsstadt Berlin ausstellen. Darunter "nicht nur die Nackten, auch alle anderen".

Der Starfotograf Helmut Newton hat am Mittwoch seine weltberühmte Fotosammlung an seine Heimatstadt Berlin als Dauerleihgabe übergeben. Newton wurde vor allem mit seinen Mode-, Porträt- und Aktfotos weltberühmt. Bei der Vertragsunterzeichnung in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sagte der 82-Jährige, er sei stolz und glücklich, dass die Fotos in seine Heimstadt gelangen, "nicht nur die Nackten, auch alle anderen". Es sei seine Frau June (Künstlername: Alice Springs) gewesen, "die mich schon lange in Richtung Berlin geschubst hat, obwohl die Arme kein Wort Deutsch spricht".

Bundeskanzler Gerhard Schröder betonte in einer Grußbotschaft an Newton, seine Geste "ehrt dieses Land, sie ist eine Geste der Versöhnung, ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen". Kulturstaatsministerin Christina Weiss sprach von einem "großen Tag für die Fotografie in Deutschland" und einem "Glücksfall für die Hauptstadt". Damit werde auch der Grundstein für ein national bedeutendes Zentrum für Fotografie gelegt.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte, Berlin sei dankbar dafür, dass Newton, der von den Nationalsozialisten aus Berlin vertrieben worden sei, seine Fotosammlung seiner Heimatstadt anvertraue. Berlin habe das Gebäude in der Charlottenburger Jebensstraße neben dem Bahnhof Zoo gerne dafür zur Verfügung gestellt.

Unbefristete Dauerleihgabe für 1000 Werke

Der Vertrag sieht die unbefristete Dauerleihgabe für über 1000 Werke Newtons und Alice Springs’ vor. Eine spätere Aufstockung des Bestandes ist beabsichtigt, betonten die Staatlichen Museen, die in dem Gebäude in der Jebensstraße auch ihre umfangreiche Fotosammlung konzentrieren wollen. Newton trägt auch die Kosten für den Kurator der Sammlung sowie für den Umbau des ehemaligen Landwehr-Casinos, in dem sich später auch die Berlinische Galerie und die Kunstbibliothek befanden. Zum Verbleib der Negative sagte Newton in Berlin: "Solange wir beide leben, bleiben die Negative bei uns, wir brauchen sie zum arbeiten. Wenn wir abgekratzt sind, geht alles nach Berlin."