Sam Taylor-Wood Softporno mit Anspruch


Die Londoner Künstlerin Sam Taylor-Wood lässt sich bei seinen erotischen Motiven von Japan inspirieren. Eine Ausstellung ihrer Fotografien ist jetzt in Wien zu sehen.

Knutschende Paare auf gemusterten Teppichen und geblümten Bettdecken, dahinter schreiend bunte Paravents oder Stofftapeten: sieht erst mal wie Softporno aus. Doch hinter den "Passion"-Fotos der Londoner Künstlerin Sam Taylor-Wood steckt mehr. Sie nahm sich japanische Holzschnitte des 19. Jahrhunderts zum Vorbild, auf denen Geishas, Kabuki-Schauspieler und Sumoringer freizügig erotische Szenen nachstellen. Als sei's etwas für Voyeure, steckt die Engländerin ihre Fotos am Ende ironisch in kleine, edel beleuchtete Kästchen.

Die Ausstellung "Sam Taylor-Wood" ist vom 19. September bis zum 29. November 2003 in der Bawag Foundation in Wien zu sehen. Gezeigt werden die Farbfotografien Five Revolutionary Seconds III (1996) und Soliloquy II (1998), die Videos Sustaining the Crisis (1997) und Hysteria (1997), die beiden 35 mm-Filme Still Life (2001) und A Little Death (2003) sowie Passion Cycle I-XXV (2002).

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