Göppingen Schüsse auf Bäckerei: Spielt Bandenkonflikt eine Rolle?

Zwei Tatverdächtige sitzen nach den Schüssen in Haft.(Symbolbild) Foto: David Inderlied/dpa
Zwei Tatverdächtige sitzen nach den Schüssen in Haft.(Symbolbild) Foto
© David Inderlied/dpa
Nach den Schüssen auf eine Bäckerei in Göppingen sitzen zwei Verdächtige in Haft. Göppingen spielte auch bei der Gewaltserie im Raum Stuttgart immer wieder eine Rolle. Gibt es einen Zusammenhang?

Nach Schüssen auf eine Bäckerei in Gießen schließen die Ermittler auch eine Verbindung zur lange anhaltenden und blutigen Fehde von zwei Gruppen rund um Stuttgart nicht aus. "Die Strafverfolgungsbehörden prüfen auch einen Zusammenhang zur Gewaltserie rivalisierender Banden im Großraum Stuttgart", teilte die Ulmer Staatsanwaltschaft mit. Es hänge aber von den weiteren Ermittlungen ab, ob es tatsächlich eine solche Verbindung gebe. 

Gäste in der Bar über der Bäckerei

Nach dem Vorfall in der Bäckerei Mitte des Monats sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Ein 24-jähriger Italiener war zuletzt im Raum Stuttgart von Spezialkräften aufgegriffen worden. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Sein 33-jähriger Landsmann war bereits kurz nach der Tat festgenommen worden. Die beiden sollen Schüsse auf die Bäckerei abgegeben haben. Bei der anschließenden Fahndung und einem Fluchtversuch kam es zu einem Verkehrsunfall, bei dem der 24-Jährige zunächst entkommen konnte.​

Zum Zeitpunkt der Schüsse hatte sich laut Polizei vermutlich niemand in der Bäckerei befunden. In der darüberliegenden Bar und in der Lokalität nebenan seien jedoch noch Gäste gewesen. Es werde auch ein möglicher Zusammenhang mit einer Schussabgabe am Mittwoch in einer Gaststätte in Göppingen geprüft, hieß es weiter. 

Fehde tobt seit mehr als drei Jahren

Die Fehde der zwei gewaltbereiten Gruppen im Raum Stuttgart tobt seit Mitte 2022. Höhepunkt der Auseinandersetzungen - viele sprechen von einem Bandenkrieg – war bislang der Anschlag mit einer Handgranate auf eine Trauergemeinde in Altbach (Kreis Esslingen) mit mindestens 15 Verletzten. 

Nach einer früheren Schätzung des Landeskriminalamts gehörten den Gruppen einst mehr als 500 junge Menschen als Unterstützer, Mitläufer oder auch Führungsleute an. Die Motive hinter der Bandenkriminalität sind weiterhin schwer fassbar und von den Tatverdächtigen ist kaum ein Entgegenkommen zu erwarten. Fast immer herrscht eisernes Schweigen auf der Anklagebank, wenn ein Fall vor Gericht verhandelt wird. Aus Sicht des Landeskriminalamts handelt es sich aber nicht um familiäre Clans.

dpa