Erstmals seit 2017 ist die Zahl der überschuldeten Menschen in Berlin im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Mehr als 305.300 Personen über 18 Jahren galten zum Stichtag 1. Oktober 2025 als überschuldet, wie aus dem aktuellen "Schuldneratlas" der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht. Das waren demnach rund 1.700 mehr als im Jahr davor. Als überschuldet gilt, wer seinen finanziellen Verpflichtungen dauerhaft nicht nachkommen kann. In Berlin war das bei rund jeder zehnten erwachsenen Person der Fall.
Trotz des absoluten Anstiegs ging die Quote von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Das lag daran, dass sich die Einwohnerzahl in der Hauptstadt erhöht habe, hieß es. Am höchsten lag die Schuldnerquote den Angaben zufolge in den Bezirken Spandau (12,81 Prozent), Neukölln (12,42 Prozent) und Mitte (11,92 Prozent). Am niedrigsten war sie in Steglitz-Zehlendorf (6,42 Prozent) und Pankow (7,65 Prozent).
"Die jahrelange Entspannung der Verbraucherüberschuldung in Berlin ist vorerst gestoppt", schreiben die Analystinnen und Analysten von Creditreform. Lange Zeit hätten die privaten Haushalte ihre Überschuldung durch zurückhaltenden Konsum reduzieren können. Dieser Entlastungseffekt nehme aber zunehmend ab, hieß es. "Hinzu kommen steigende Lebenshaltungskosten und höhere Arbeitslosigkeit, die die finanziellen Belastungen der Verbraucher in den vergangenen zwölf Monaten erhöhten."
Für den "Schuldneratlas" wertet Creditreform anonymisierte Daten anhand amtlicher Register, von Online-Händlern und weiteren Quellen aus.