Notfälle
Bürgermeister kritisiert Wal-Tourismus an der Ostsee

Die Polizei hat das Gelände abgesperrt, damit das Tier durch Neugierige nicht noch mehr gestresst wird. Foto: Ulrich Perrey/dpa
Die Polizei hat das Gelände abgesperrt, damit das Tier durch Neugierige nicht noch mehr gestresst wird. Foto
© Ulrich Perrey/dpa
Seit mehr als 24 Stunden liegt ein Wal an der Küste vor Timmendorfer Strand. Immer wieder versuchen Schaulustige an das Tier heranzukommen. Der Bürgermeister verurteilt das aufs Schärfste.

Rettungsmaßnahmen für den in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wal sind nach Angaben des Bürgermeisters vereinzelt behindert worden. Er forderte Schaulustige auf, die Maßnahmen rund um das gestrandete Tier nicht zu stören. 

Seit rund 24 Stunden kämpften Einsatzkräfte im flachen Wasser vor der Küste um das Überleben des Tieres. Der Wal lebe und gebe immer wieder einen tiefen, brummenden Ton von sich, sagte Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke der dpa. 

Bürgermeister: Tier zu retten, hat höchste Priorität

Die Maßnahmen zu seiner Rettung würden jedoch immer wieder von Schaulustigen gestört. Menschen haben nach Angaben des Bürgermeisters beispielsweise am Montag versucht, sich dem Tier mit Ruder- und Schlauchbooten zu nähern oder Absperrungen zu umgehen. Ihnen sei offenbar egal, was das mit dem Wal mache, kritisierte Partheil-Böhnke. Er verurteilte die Aktionen und appellierte an die Öffentlichkeit, das Tier in Ruhe zu lassen. Solche Annäherungsversuche versetzten den Wal in Panik und erschwerten die ohnehin komplexen Rettungsmaßnahmen.

Ein gestrandeter Wal gehöre normalerweise nicht zum Kerngeschäft der Gemeinde, sagte der Bürgermeister weiter. "Wir lernen noch dazu. Aber das Tier zu retten, hat die höchste Priorität." An Ostern sei in der Touristenregion fast alles ausgebucht - der Abtransport eines möglichen Kadavers könnte den "Wal-Tourismus" noch mehr befeuern und die Arbeiten behindern. "Das wollen wir vermeiden", betonte der Bürgermeister.

dpa

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