Demos gegen AfD-Nachwuchs Stadt Gießen: Friedlicher Protest hat Demokratie gestärkt

Die Stadt Gießen nennt ihr Sicherheitskonzept erfolgreich. Foto: Michael Brandt/dpa
Die Stadt Gießen nennt ihr Sicherheitskonzept erfolgreich. Foto
© Michael Brandt/dpa
"Gießen hat geleuchtet": Oberbürgermeister Becher lobt den friedlichen Protest und sieht die Stadt als Vorbild. Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen, erklärt die Kommune.

Die Stadt Gießen hat sich nach den Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation zufrieden geäußert. Das Sicherheitskonzept habe friedlichen Protest möglich gemacht und die Sicherheit der Demonstrantinnen und Demonstranten gewährleistet, wird Bürgermeister Alexander Wright (Grüne) in einer Mitteilung zitiert.

"Gießen hat nicht gebrannt, sondern geleuchtet – durch die vielen Augen derer, die auf die Straßen gegangen sind und fröhlich und friedlich ihre Unterstützung unserer Demokratie gefeiert und ihrer Sorge vor einem Rechtsruck Ausdruck verliehen haben", fügte Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD) hinzu.

Zigtausende Menschen hätten sich nicht abschrecken lassen von Prognosen und Warnungen, die bürgerkriegsähnliche Zustände heraufbeschworen hätten. Auf die Bilder der Gewalt hätte er aber gern verzichtet, erklärte Becher. Der Polizei dankte er ausdrücklich für deren Einsatz, ebenso wie den weiteren Einsatzkräften und Mitarbeitern der Stadt.

Gießen "leuchtendes Vorbild"

Gießen habe sich "weder von linker Gewalt noch von rechter Machtdemonstration in schwarzen Limousinen in die Flucht" treiben lassen. "Gießen hat gezeigt, dass Protest auch friedlich geht. Und legal ist. Dass friedlicher Protest nicht kriminalisiert werden kann. Gießen hat geleuchtet. Als Vorbild", wird Becher zitiert.

In der mittelhessischen Stadt hatten am Vortag nach Polizeischätzungen mehr als 25.000 Menschen größtenteils friedlich gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation protestiert. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

dpa