Mehr Ärzte, Zahnärzte und Apotheker für den ländlichen Raum in MV - das will die Landesregierung mit der Reservierung von Studienplätzen für Bewerber erreichen, die nach ihrem Studium im Nordosten praktizieren wollen. Jeweils zehn Prozent aller Studienplätze in den Richtungen Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie sollen künftig an solche Studienbewerber vergeben werden. Das soll der Landtag diese Woche beschließen.
Eine Landarztquote gibt es bereits seit 2020. Sie beträgt bisher 7,8 Prozent aller Studienplätze. Für die anderen beiden Fächer ist die Quote neu.
Funktioniert die Landarztquote?
Lässt sich damit der Ärztemangel auf dem Land beheben? Die Universitätsmedizin Rostock hat Zweifel. In einer Anhörung im Landtag erklärte sie, dass man grundsätzlich die Einführung weiterer Vorabquoten negativ bewerte.
Der Ansatz, über eine Erhöhung dieser Plätze das Problem zu lösen, greife zu kurz. Es sei darüber nachzudenken, durch andere Maßnahmen zum Erfolg zu kommen. Dazu zähle etwa eine Verbesserung des obligatorischen praktischen Jahres in den Fächern.
Der Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern begrüßte das Ziel des Gesetzentwurfes, der zunehmenden medizinischen Unterversorgung auf dem Land entgegenzuwirken. Allerdings sei bisher nicht absehbar, ob Studienplatz-Quoten wirklich helfen könnten. Die seit 2020 über die Landarztquote geförderten Medizinstudierenden befänden sich derzeit noch im Studium, sodass noch keine belastbaren Erkenntnisse über spätere Niederlassungen vorlägen.
Sechsstellige Vertragsstrafen drohen
Wer seine Zusage bricht, nach dem Studium in MV mindestens zehn Jahre als Landarzt zu arbeiten, dem droht eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro. Dasselbe soll künftig auch in den anderen beiden Bereichen gelten.
Die Kassenärztliche Vereinigung berichtete in der Anhörung von Rückgängen bei den Bewerberzahlen für die Plätze der Landarztquote. 2025 habe man nur mit Mühe die entsprechenden Studienplätze vergeben können.
Die Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern hat dargelegt, dass sie dem Gesetzentwurf und seinem Ziel zustimmt. Allerdings hätten die Apotheken ein wirtschaftliches Problem, die Online-Apotheken. Die Kammer forderte, den Versand von Arzneimitteln zu unterbinden. Das sei in 21 von 28 europäischen Ländern bereits der Fall.