Debatte Verband will Lastenfahrräder von schmalen Wegen verbannen

Lastenfahrräder sind teilweise ziemlich groß. (Symbolbild) Foto: Fabian Sommer/dpa
Lastenfahrräder sind teilweise ziemlich groß. (Symbolbild) Foto
© Fabian Sommer/dpa
Länger, breiter und durch E-Motoren oft auch schneller als herkömmliche Fahrräder: Lastenfahrräder prägen zunehmend das Bild in größeren Städten. Braucht es also neue Regeln?

Weil Lastenfahrräder immer größer und schneller werden, braucht es neue Regeln für sie - das zumindest fordert der Fußgängerfachverband (Fuss e.V.). Lastenfahrräder sollten nicht mehr auf schmalen Radwegen oder gemischten Fuß- und Radwegen unterwegs sein dürfen. Die Räder seien für Fußgänger "besonders lästig und oft riskant" und würden auch andere Radfahrer behindern.

Bei Verstößen gegen die geforderten Regeln spricht sich der Verband auch für höhere Strafen aus. Bisher zahlen etwa jegliche Radfahrer und -fahrerinnen 25 Euro, wenn sie auf einem reinen Gehweg unterwegs sind. Für das Lastenradfahrrad sollten es aber laut dem Verband 55 Euro sein. Auch eine Art Führerschein-Prüfung für Lastenradfahrer schlägt Fuss e.V. vor.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub setzt für mehr Sicherheit unter allen Fahrradfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern stattdessen auf eine bessere Infrastruktur. Fahrradfahrer würden selbst oft unter anderem durch Autos gefährdet. Zwar seien Radwege oft tatsächlich zu schmal. Sie seien aber häufig auch kaputt, zugeparkt, ungeschützt oder gar nicht vorhanden. "Nur mit sicheren Radwegen gibt es sicheren Radverkehr", sagte die Bundesgeschäftsführerin des Fahrradclubs, Caroline Lodemann.

Thema bei Fachtagung

Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar wird heute bei einer Bühnendiskussion darüber gesprochen, ob es strengere Regeln für Lastenfahrräder oder auch E-Bikes braucht. Bei der Fachtagung kommen jährlich Fachleute für Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht zusammen. Zum heutigen Abschluss geben sie Empfehlungen an Gesetzgeber. In der Vergangenheit wurden diese Empfehlungen auch immer mal wieder tatsächlich aufgegriffen.

dpa