Unfallforschung Bessere Daten sollen zukünftige Unfälle verhindert

Zwischen Verletzungsgraden wird bisher nur wenig unterschieden. (Symbolbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Zwischen Verletzungsgraden wird bisher nur wenig unterschieden. (Symbolbild) Foto
© Moritz Frankenberg/dpa
Experten fordern neue Methoden zur Erfassung von Verletzungen und setzen auf KI und digitale Plattformen. Was sich bei der Unfallanalyse jetzt ändern soll.

Um Unfälle in Zukunft besser zu verhindern, sollen mehr Daten gesammelt werden. Das fordern verschiedene Fachleute. Insbesondere solle künftig zwischen schweren und schwersten oder lebensbedrohlichen Verletzungen unterschieden werden.

"Wenn Schwerverletzte tatsächlich medizinisch besser sichtbar werden, können Schutz- und Präventionsprogramme gezielter entwickelt werden", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, Frank Hildebrand. Bisher würde der Verletzungsgrad etwa anhand der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus bestimmt, kritisierte er. Der Verband schlägt daher eine Einstufung jeder einzelnen Verletzung auf einer Skala – der sogenannten MAIS – von 1 bis 6 vor.

Digitale Speicher-Plattform existiert bereits

Eine digitale Plattform zum Speichern dieser Daten liege mit dem sogenannten Traumaregister zudem bereits vor. Dies müsse mit Verkehrsdaten zu Unfällen verzahnt werden. Für die Polizei habe das zudem den Vorteil, dass sie nicht mehr Verletzungsdaten in Kliniken per Anruf erfragen müsse. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat spricht sich, dabei dafür aus, das MAIS-Verfahren zunächst in Pilotprojekten zu testen. Auch Autoclubs wie der ADAC oder Auto Club Europa sprechen sich für genauere Verletzungsdaten aus und empfehlen zudem den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Neben dem Verletzungsgrad würden auch weitere Unfalldaten bisher nicht erhoben, sagte die Chef-Unfallforscherin im Gesamtverband der Versicherer Kirstin Zeidler. "Es gibt noch weiße Flecken, etwa fehlt eine Bundesstatistik zu sogenannten Dooring-Unfällen." – also Unfällen, bei denen Radfahrer mit sich plötzlich öffnenden Autotüren zusammenstoßen. Zeidler betonte: "Für bessere Verkehrssicherheit braucht man gute Daten"

Thema bei Fachtagung

Noch bis Morgen soll das Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar besprochen werden. Bei der Fachtagung kommen jährlich Fachleute für Verkehrssicherheit und Verkehrsrecht zusammen. In diesem Jahr mehr als 1.700 Menschen. Zum Abschluss geben sie Empfehlungen an Gesetzgeber, die in der Vergangenheit auch immer mal wieder tatsächlich aufgegriffen wurden.

dpa