Attacken gegen Juden
Antisemitische Vorfälle an NRW-Unis nehmen deutlich zu

Juden und Jüdinnen können auch in Nordrhein-Westfalen nicht frei von Sorge vor Diskriminierung studieren, forschen und arbeiten.
Juden und Jüdinnen können auch in Nordrhein-Westfalen nicht frei von Sorge vor Diskriminierung studieren, forschen und arbeiten. (Symbolbild) Foto
© Daniel Vogl/dpa

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Hochschulen gelten als Horte aufgeklärter Intellektueller. Wie passt das zusammen mit antisemitischen Angriffen und Beleidigungen? Eine zentrale Beratungsstelle klärt über die Entwicklungen auf.

Die Zahl antisemitischer Vorfälle an nordrhein-westfälischen Hochschulen steigt weiter an. Nach Angaben der Zentralen Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in NRW (ZeBA) wurden im vergangenen Jahr 85 entsprechende Ereignisse dokumentiert. Das sind demnach 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und sogar fast dreieinhalbmal so viele Fälle wie im Jahr 2023 (25). Das Spektrum reicht von Beleidigungen über martialische Wandschmierereien bis hin zu Bedrohungen und erheblichen Störungen universitärer Veranstaltungen.

Die meisten Vorfälle werden dem antiisraelischen Aktivismus zugeordnete (26 Prozent), gefolgt vom linken Spektrum (16 Prozent) und dem islamischen beziehungsweise islamistischen Milieu. Den höchsten Anstieg von 2024 auf 2025 verzeichnete die ZeBA im Regierungsbezirk Detmold: von 4 auf 19 Fälle.

Die Zahlen belegen nach Analyse der ZeBA, dass Antisemitismus an NRW-Hochschulen vom direkten Geschehen in Nahost entkoppelt und konstant hoch ist - etwa auch nach dem Waffenstillstand im vergangenen September.

Anlaufstelle für Opfer und Zeugen

Das Land NRW hatte die Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen im Sommer 2024 gemeinsam mit Partnern aus der Wissenschaft eingerichtet, um Opfern und Zeugen von Diskriminierung und Gewalt besser beizustehen und um Maßnahmen für Prävention und Intervention zu entwickeln. 

Die ZeBA arbeitet auch mit der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS) zusammen. Über das Meldeportal www.report-antisemitism.de können dort bundesweit Vorfälle mitgeteilt werden.

dpa

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