Sexueller Missbrauch
Drei Jahre und neun Monate Haft für Missbrauch an Kindern

Das Landgericht Münster hat einen 61-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte sich bei Snapchat als Jugendliche
Das Landgericht Münster hat einen 61-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte sich bei Snapchat als Jugendlicher ausgegeben. Foto
© Roland Weihrauch/dpa
Immer wieder hatte er beim Chatten mit Kindern intime Fotos verlangt - und die Mädchen dann unter Druck gesetzt. Und in einem Fall gingen die Vorwürfe sogar noch weiter. Nun gibt es ein Urteil.

In einem Prozess um mehrfachen sexuellen Missbrauch von Kindern hat das Landgericht Münster einen 61-Jährigen schuldig gesprochen. Er hatte in dem Prozess alle Taten eingeräumt und so den Kindern eine Aussage erspart. Das bewerteten die Richter als strafmildernd und verurteilten ihn zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Sechsjährige von Spielplatz nach Hause gelockt

Im vergangenen Sommer hatte der 61-Jährige nach Überzeugung des Gerichts mehrfach eine 6-Jährige auf einem Spielplatz in Rosendahl im Kreis Coesfeld angesprochen und sie mit dem Versprechen, ihr Hundewelpen zu zeigen, zu sich nach Hause gelockt. In seinem Schlafzimmer habe er das Mädchen dann ausgezogen und missbraucht. Das Kind hatte den Mann laut seiner Mutter später auf der Straße wiedererkannt, danach wurde er im August 2025 verhaftet.

Der Mann hatte sich zudem auf der Plattform Snapchat intime Bilder von mehreren Mädchen verschafft. Er hatte sich dort als Jugendlicher ausgegeben und mehrere teilweise erst elfjährige Mädchen dazu überredet, ihm Nacktbilder zu schicken. Einige Mädchen hatten das verweigert, andere aber hatten es getan. Die Polizei hatte später bei einer Hausdurchsuchung zahlreiche kinderpornographische Fotos und Videos auf dem Computer des Mannes gefunden.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer vier Jahre und drei Monate Gefängnis gefordert. Laut einem Gutachter ist der verheiratete Mann pädophil veranlagt. Im Prozess hatte er sich bereit erklärt, eine Therapie zu machen und bereits früh ein Geständnis abgelegt.

dpa

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