Theater
Nach Tumulten im Schauspielhaus: Security im Einsatz

Nach den tumultartigen Szenen bei einer Premiere verteidigt die Vize-Intendantin das Stück. (Symbolbild) Foto: Caroline SeidSeid
Nach den tumultartigen Szenen bei einer Premiere verteidigt die Vize-Intendantin das Stück. (Symbolbild) Foto
© Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa
Als ein Schauspieler auf der Bühne einen Faschisten mimt, stürmen zwei aufgebrachte Zuschauer die Bühne. Der Übergriff bei einer Premiere in Bochum wirkt nach, wie die Vize-Intendantin berichtet.

Nach dem Tumult bei einer Premiere am Bochumer Schauspielhaus sollen Sicherheitskräfte nun die weiteren Vorstellungen sichern. Dazu habe man sich nach den Vorfällen am vergangenen Samstag bis auf Weiteres entschieden, sagte die stellvertretende Intendantin Angela Obst der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". 

Der Vorfall habe das Ensemble und die Beteiligten zutiefst erschrocken, schilderte die Vize-Theaterchefin im Interview. "Dass so ein Übergriff passieren würde, konnte niemand voraussehen. Wir waren noch lange beieinander und haben viel gesprochen", sagte Obst weiter. Buhrufe, Pfiffe oder den Saal zu verlassen seien akzeptable Mittel, seinen Unmut kundzutun. "Aber hier wurde eindeutig eine Grenze überschritten."

Inszenierung ruft kontroverse Diskussionen hervor

Gleichzeitig verteidigte Obst das Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues und der Regisseurin Mateja Koležnik als smarten, gleichwohl harten politischen Stoff, der das Publikum in Gewissenskonflikte bringen könnte - ohne es auf einen Skandal abzusehen. Auch in den Publikumsgesprächen nach den Vorstellungen sei daher lange und kontrovers diskutiert worden. "Das ist doch wunderbar, wenn das Theater ein Ort für politische Auseinandersetzung ist", sagte Obst der Zeitung. 

Was am Abend der Premiere passierte

Während eines gut zehnminütigen "Monologs eines Faschisten" am Ende des Stückes "Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" hatten zwei Zuschauer versucht, den Schauspieler Ole Lagerpusch von der Bühne zu zerren. Es kam nach Angaben eines Schauspielhaussprechers zu Handgreiflichkeiten. In dem Schlussmonolog hält ein faschistischer Regierungschef eine Rede, die immer radikaler wird und Fremdenhass, Schwulenhass und Frauenfeindlichkeit bedient. Das Schauspielhaus zeigte sich zutiefst erschrocken und verurteilte "diese Übergriffigkeit als vollkommen inakzeptabel".

dpa

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