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JAHRESTAG: Feiern zum Tag der Deutschen Einheit

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom haben am Donnerstag die zentralen Feierlichkeiten zum zwölften Jahrestag der deutschen Einheit begonnen.

Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom stand im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt der offizielle Festakt mit Bundespräsident Johannes Rau auf dem Programm. Höhepunkt der Feiern soll am Abend die Enthüllung des Brandenburger Tors werden, das zwei Jahre lang saniert worden war.

Brandenburger Tor hüllenlos

Von einem Heißluftballon aus wollte der Modemacher Willy Bogner die Schutzplanen um das Wahrzeichen Berlins fallen lassen. Zu der Party vor dem berühmten Bauwerk wurde unter anderem der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton erwartet. Der jetzige US-Präsident George W. Bush übermittelte in einem Schreiben an Rau herzliche Grüße zum Tag der Einheit und erinnerte an die langen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Amerikanern.

Erste Feier in Berlin

Die zentrale Feier zum Einheitstag findet zum ersten Mal seit 1990 in Berlin statt; die Ausrichtung wechselt zwischen den Bundesländern. Umrahmt wird das offizielle Fest von zahlreichen Veranstaltungen rund um das Brandenburger Tor. Auch die Bundesregierung lädt dort in einem Zelt zu Musik und Diskussionen ein. Mit dabei sein werden unter anderem Verbraucherschutzministerin Renate Künast und der scheidende Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin.

Bush gratuliert Deutschland zum Jahrestag

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat Deutschland zum Jahrestag der Einheit gratuliert und so seine Bereitschaft zur Überwindung der jüngsten Verstimmung signalisiert. Das Schreiben an Bundespräsident Johannes Rau ging am Mittwoch in Berlin ein, wie dessen Sprecher Klaus Schrotthofer mitteilte. »Amerika feiert gemeinsam mit Deutschland diesen bedeutenden Tag«, heißt es in dem Brief Bushs.

»Jahrhundertealte Verbindungen«

Der US-Präsident erinnert in seinem Schreiben an Rau an die jahrhundertealten Verbindungen zwischen Deutschen und Amerikanern. In den vergangenen Jahrzehnten seien diese durch das gemeinsame Bekenntnis zur Demokratie und den Fall der Berliner Mauer vertieft worden. »In unserem gemeinsamen Ziel eines in Freiheit vereinten Deutschlands stehen die Vereinigten Staaten fest an der Seite des deutschen Volkes«, erklärte Bush nach einer inoffiziellen Übersetzung des Briefes.

Meinungsunterschiede in der Irak-Politik haben das traditionell enge Verhältnis zwischen Deutschland und den USA im September belastet. Die US-Regierung äußerte sich verärgert über die deutliche Stellungnahme von Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen eine Beteiligung Deutschlands an einem möglichen Krieg gegen Irak. Umstrittene Äußerungen der scheidenden Justizministerin Herta Däubler-Gmelin verursachten zusätzliche Spannungen, so dass führende Regierungsmitglieder in Washington von vergifteten Beziehungen sprachen. Seit der Bundestagswahl bemühen sich beide Seiten, die Verstimmung auszuräumen.