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Weiterhin geöffnet: Umbau-Spielzeit im Schauspielhaus Hamburg

Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg wird ein Jahr lang umgebaut. Doch geschlossen wird Deutschlands größte Sprechbühne nicht: Auf einer Bühne im Zuschauerraum gibt es eine ganz besondere Spielzeit.

Bevor Karin Beier im Herbst 2013 Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg wird, steht ein großer Umbau an. Weil die Bühne samt Technik saniert wird, soll ein ganzes Jahr auf dem "Spielfeld" gespielt werden, einer Fläche mitten im Zuschauerraum. "Ein einmaliges Theatererlebnis, das die Zuschauer so nur in dieser einen Spielzeit 2012/2013 haben werden", sagte der künstlerische Leiter, Florian Vogel, am Sonntag in Hamburg. Das Schauspielhaus hat namhafte Autoren gebeten, Stücke eigens für dieses "Spielfeld" zu entwickeln. "Wir präsentieren die gesamte Spannbreite zeitgenössischer Theaterformen: von René Pollesch über Albert Ostermaier bis Tino Hanekamp."

Die Anzahl der Plätze in Deutschlands größter Sprechbühne reduziert sich durch den Umbau von 1200 auf 709. Insgesamt stehen zehn neue Produktionen auf dem Programm. Eröffnet wird die Spielzeit 2012/2013 am 7. September mit der Uraufführung "Neues vom Dauerzustand" von René Pollesch mit der Schauspielerin Sophie Rois in der Hauptrolle. Am 14. September folgt "Ein Pfund Fleisch" von Albert Ostermaier nach Motiven von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" - ein moderner Wirtschaftskrimi mit Dominique Horwitz. Extra für die Bühne hat Franz Wittenbrink den Liederabend "Aida" entwickelt, am Deck auf einem Kreuzfahrtschiff.

"Wir sind gut im Plan, sowohl zeitlich als auch finanziell", meinte der geschäftsführende Intendant Jack Kurfess. Insgesamt wird der komplette Umbau 16,5 Millionen Euro kosten. "Es wäre auch sinnvoll gewesen, die Heizung, die Sanitäranlagen und die Beleuchtung zu sanieren, aber dafür war kein Geld mehr da." Zuletzt wurde das mehr als 100 Jahre alte Schauspielhaus 1982 saniert. Die marode Bühnentechnik mit Ober- und Untermaschinerie musste jetzt zuerst saniert werden, weil der TÜV sie sonst nicht mehr abgenommen hätte. Von der Auslastung her verbuchte das Schauspielhaus mit 240 000 Besuchern im vergangenen Jahr einen Rekord. "Das sind die meisten Zuschauer in den vergangenen 20 Jahren", sagte Kurfess.

DPA / DPA