VG-Wort Pixel

Theaterstück "Trilliarden" Wo ist Gott?

Bjarne Mädel steht im Schauspielhaus Hamburg im Stück "Trilliarden" auf der Bühne.
Bjarne Mädel steht im Schauspielhaus Hamburg im Stück "Trilliarden" auf der Bühne.
© Picture Alliance
Die Drehbuchautorin des "Tatortreinigers", Ingrid Lausund,  begeisterte mit dem Theaterstück "Trilliarden" das Premierenpublikum des  Hamburger Schauspielhauses.

"Buch: Mizzi Meyer"  steht stets im Vorspann der Serie "Der Tatortreiniger".  Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich die Theaterautorin und Regisseurin Ingrid Lausund. Mit Bjarne Mädel, dem Star aus "Der Tatortreiniger", arbeitet Lausund auch in ihrem neuen Theaterstück "Trilliarden  - Die Angst vor dem Verlorengehn" zusammen. Glücklicherweise!

Denn Samstag feierte das Stück im Hamburger Schauspielhaus eine umjubelte Premiere. Das lag nicht nur, aber auch an Bjarne Mädel sowie sechs weiteren großartigen Schauspielern, die diesen wunderbaren Sinnkrisen-Reigen mit Leben erfüllten. Es geht schlichtweg ums große Ganze, um Glaube und Unglaube und die Frage, wer oder was wir sind. Um das Leben und den Tod, die Seele, Trost, Trauer und das bisschen Zeit, dass wir hier auf Erden haben.

Keine Handlung im klassischen Sinne

Eine Handlung im klassischen Sinne gibt es nicht.  Die Bühne (Beatrix von Pilgrim) ist ganz in Nebel und Licht getaucht. Wie im Anbeginn der Zeiten. Die Schauspieler gehen ständig im Kreis. Anfangs schweigend. Sie werden symbolisch geboren, bekommen Rollen zugewiesen, werden Mütter, Einsame, Pragmatiker, Zyniker, Alt-Hippies, Narzissten oder Sinnsucher. Dazu singt ein Chor eigens für das Stück komponierte Requiems. Wer die Mitte der Bühne erreicht, spricht, fragt, erklärt.

Wir hören Geschichten, Meinungen, Klagen, Wutreden, Selbstlob und Selbsthass. Es sind wir, die da oben gehen und sprechen. Ein Querschnitt Mensch. Hadernd, stolz, ängstlich und  meistens überfordert.  Großartig, wenn da Angelika Richter als stets bemühte Mutter ihren kleinen Kindern den Sinn des Kreuztodes Jesu erklären will – und kläglich scheitert, weil sie sich zwischen Erbsünde, Liebe, Opfer und Tod heillos verheddert. Und dann sagt auch noch der muslimische Freund des Jungen, dass Christen nicht in den Himmel kommen.

Lausunds Stück pendelt gekonnt zwischen Komik, Drama und (anti-)theologischem Diskurs. Es unterhält. Es regt an. Es begeistert. Hingehen!


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker