Nach dem verheerenden Brand von zwei Häusern in Osterwieck gibt es Diskussionen über die Löschwasserversorgung in kleineren Orten im Harz. Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse kritisierte, dass seit Jahren bekannt sei, dass die Löschwasserversorgung in diesem und einer erheblichen Zahl anderer Ortsteile unzureichend sei. Die Feuerwehrleute hätten bei dem Brand in der Silvesternacht das "Löschwasser sehr abenteuerlich aus privaten Poolanlagen" besorgt.
Bei dem Brand im Osterwiecker Ortsteil Hessen entstand laut Polizei ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro. 177 Feuerwehrleute von 15 Feuerwehren waren bei dem Feuer im Einsatz. Die Brandursache ist noch unklar. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Silvesterfeuerwerk.
Risikoanalyse zeigte schon vor Jahren Probleme beim Löschwasser
Seit Jahren ist die Löschwasserversorgung immer wieder Thema im Stadtrat der Einheitsgemeinde. Erst im März vergangenen Jahres hieß in einem Haushaltsbericht der Gemeinde, dass in den nächsten Jahren die Errichtung von Zisternen in fast allen Ortsteilen nötig sei, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. In einer Risikoanalyse an den Stadtrat hieß es schon vor knapp vier Jahren, dass das benötigte Löschwasser nicht in jedem Ort durch das Trinkwassernetz vorgehalten werden könne. Für den Brandschutz sind laut Gesetz die Gemeinden verantwortlich.
Kreisbrandmeister Lohse ruft dazu auf, Löschwasserkissen in entlegeneren Ortsteilen zu errichten. Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rüdiger Erben betonte, dass Löschwasserkissen zuverlässige Wasserspeicher seien. Kommunen dürften bei deren Einsatz keine Steine in den Weg gelegt bekommen. Im Stadtrat von Osterwieck wurde immer wieder kritisiert, dass Löschwasserkissen bei Baugenehmigungen nicht als ausreichender Brandschutz anerkannt seien.