Der insolvente Magdeburger Schulbuchverlag Militzke stellt seinen Geschäftsbetrieb ein. Verkauf und übrige Aktivitäten sollen bis zum 1. April kontrolliert heruntergefahren werden, wie der Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch mitteilte.
Kein Investor gefunden
Für das 1990 gegründete Unternehmen gebe es trotz intensiver Bemühungen keine wirtschaftliche Perspektive. "Die potenziellen Investoren, mit denen wir bis zuletzt verhandelt haben, haben aus unterschiedlichen Gründen kein Übernahmeangebot abgegeben", sagte der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Eine eigenständige Fortführung des Unternehmens sei wegen der anhaltenden Verluste aus dem laufenden Geschäftsbetrieb nicht möglich.
Von der Betriebseinstellung sind vier Beschäftigte betroffen. Ihnen sei bereits gekündigt worden. "Mir ist bewusst, dass das für die Mitarbeitenden nicht die Nachricht ist, die sie sich erhofft haben, und dass die Enttäuschung groß ist", sagte Bauch.
Lehrkräftemangel als Hintergrund
Der Verlag hatte Ende Januar Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund war nach Angaben der Insolvenzverwaltung ein zweistelliger Umsatzrückgang. Als wesentliche Ursache gilt der Lehrkräftemangel an Schulen, der zu Unterrichtsausfällen vor allem in Nebenfächern wie Ethik und Philosophie führt und damit die Nachfrage nach Lehrmitteln sinken ließ.
Der Verlag veröffentlicht seit 1990 Schulbücher und Unterrichtsmaterialien für Fächer wie Philosophie, Ethik, Werte und Normen sowie Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde - von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II sowie für die berufliche Bildung.