Klimaaktivisten der Organisation Extinction Rebellion haben erneut für eine "Wärmewende" in Dresden demonstriert. Hinter der Forderung verbirgt sich ein Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Etwa zwei Dutzend Demonstranten blockierten am Donnerstag eine vielbefahrene Kreuzung im Norden der Stadt - für eine knappe halbe Stunde inklusive Pausen für eine Weiterfahrt.
Die Protestaktion unterbreche den Alltag, weil fossiles Heizen eine teure Sackgasse ist, hieß es. "Ich würde lieber nicht stören, aber schweigen ist unverantwortlich. Obwohl wir den Verkehr unterbrechen, richten wir uns nicht gegen Autofahrer. Wir machen sichtbar, dass politisches Zögern uns alle ausbremst", erklärte der Physiker Christian Bläul. Der 44-Jährige gilt als führender Kopf der Klimaproteste in der sächsischen Landeshauptstadt.
Klimaaktivisten: Ausstieg aus fossilem Erdgas ist überfällig
Bläul hält den Ausstieg aus fossilem Erdgas für überfällig. Jede weitere Verzögerung mache Krisen wahrscheinlicher und treibe die Kosten für alle in die Höhe, argumentierte er. "Wir müssen die Wärmewende hin zu Erneuerbaren jetzt beschleunigen. Dabei ist klar: Geschwindigkeit darf nicht auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit gehen. Es braucht gezielte Unterstützung für Haushalte mit geringem Einkommen, damit niemand zurückgelassen wird."
Nach Angaben von Extinction Rebellion bringt der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern für die Bürgerschaft in Dresden Vorteile. Mit der Nutzung erneuerbarer Wärmequellen würden die Kosten für Heizung und Warmwasser um bis zu 50 Prozent sinken. Zudem gebe es stabile Preise unabhängig von internationalen Krisen. Für die Stadt und ihre Bewohner bringe das eine Milliardenersparnis bei CO2-Kosten. Gleichzeitig werde die lokale Wirtschaft gestärkt, was sichere Arbeitsplätze bedeute.
Extinction Rebellion (Aufstand gegen das Aussterben) ist eine international agierende Umweltschutzorganisation, die Mittel des zivilen Ungehorsams nutzt, um auf drängende Probleme wie die Klimakrise und das Artensterben hinzuweisen.