Schockanrufe
Anklage gegen mutmaßlichen Geldabholer einer Betrügerbande

Der mutmaßliche Geldabholer einer Schockanruf-Bande soll vor Gericht. (Symbolbild) Foto: David Inderlied/dpa
Der mutmaßliche Geldabholer einer Schockanruf-Bande soll vor Gericht. (Symbolbild) Foto
© David Inderlied/dpa
Schockanrufer haben es vor allem auf Senioren abgesehen, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. Jetzt soll ein Bandenmitglied in Dresden vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen den mutmaßlichen Geldabholer einer Schockanruf-Bande erhoben. Der 20-Jährige soll im vergangenen Sommer in Sachsen und anderen Bundesländern Senioren aufgesucht haben, die zuvor Anrufe von angeblichen Polizisten oder Ärzten erhalten hatten. Dabei sammelte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bargeld und Schmuck im Wert von 634.000 Euro von den Opfern ein. 

Die Senioren im Alter zwischen 79 und 92 Jahren gaben die Wertsachen heraus, weil sie glaubten, Angehörige steckten in Notlagen oder hätten ein Unglück erlitten. Das habe ihnen die Bande in den Schockanrufen vorgegaukelt. Mit dieser Masche sind Betrüger nach Polizeiangaben immer wieder erfolgreich.

Der 20-Jährige sei im September 2025 unmittelbar nach einer Geldübergabe in Plauen festgenommen worden. Er habe die Beute der Tat noch bei sich gehabt. Der junge Mann sitze seitdem in Untersuchungshaft. Er habe teilweise ein Geständnis abgelegt. Das Landgericht Dresden muss noch über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden.

International agierende Banden

Bei den Schockanruf-Banden handelt es sich nach Einschätzung des sächsischen Landeskriminalamtes (LKA) um international agierende, hochprofessionelle Gruppierungen. Im Jahr 2024 wurden in Sachsen laut LKA 764 Schockanrufe registriert. In den meisten Fällen blieb es beim Betrugsversuch, weil die Angerufenen die Täuschung erkannten. In 83 Fällen übergaben die verschreckten Angerufenen allerdings Geld oder wertvollen Schmuck.

dpa