Ein eigener Saft am Morgen, ohne lange Schneidearbeit und ohne hohe Drehzahl: Slow Juicer pressen Obst und Gemüse langsam aus. Das schont Vitamine, mindert Schaum und liefert eine deutlich höhere Saftausbeute als ein klassischer Zentrifugal-Entsafter. Die Auswahl auf dem Markt ist groß, die Preisspanne reicht von rund 32 bis weit über 200 Euro.
Wir haben fünf aktuelle Modelle aus unterschiedlichen Preisklassen in der Küche aufgebaut und unter denselben Bedingungen getestet: Wie viel Saft holen die Geräte aus geschälten Orangen? Wie gut verarbeiten sie hartes Gemüse wie Karotten und Ingwer? Und wie aufwendig fällt die Reinigung danach aus?
Im Test vertreten sind ein sehr günstiger Entsafter von Divaro, ein günstiger Slow Juicer von Fretta, zwei Mittelklasse-Modelle von Amzchef und Ninja, sowie der Kenwood PureJuice Pro. Alle Ergebnisse, Stärken und Schwächen finden Sie in den Tests weiter unten. Wer es eilig hat, springt direkt zum Testergebnis und findet dort Testsieger und Preistipp.
Slow Juicer im Test: Die ausgewählten Modelle
Andere lohnenswerte Modelle
Testergebnis: Das ist der beste Slow Juicer im Vergleich
Der Test bringt keinen klaren Alleskönner hervor. Zwei Geräte setzen sich aber an die Spitze: der Ninja und der Kenwood PureJuice Pro. Beide holen vier Sterne und überzeugen genau dort, wo es am meisten zählt. Das Saftergebnis macht mit 50 Prozent die Hälfte der Wertung aus, und beide liefern hier ein gutes Resultat. Dazu kommt eine sehr gute Verarbeitung. Der Unterschied liegt im Detail. Der Ninja kostet weniger, der Kenwood lässt sich leichter reinigen. Wer Wert auf einfache Pflege legt, greift zum Kenwood. Wer aufs Budget schaut, fährt mit dem Ninja besser.
Im soliden Mittelfeld folgen der Divaro und der Fretta mit je 3 Sternen. Beide entsaften nur befriedigend, machen das aber über günstige Preise und eine ordentliche Reinigung teilweise wett. Der Divaro lohnt sich vor allem für Preisbewusste. Dafür muss er sich eine schwächere Verarbeitung nachsagen lassen. Das Schlusslicht bildet der Amzchef mit ebenfalls drei Sternen. Grobe Schnitzer leistet er sich nicht. Doch er bleibt in fast allen Kategorien durchschnittlich und setzt sich nirgends wirklich ab. Am stärksten ziehen ihn die nur ausreichende Reinigung und der vergleichsweise hohe Preis nach unten.
Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests weiter unten.
Über den Tester
Frisch gepresster Orangensaft ist mein Highlight des Wochenend-Frühstücks. Leider ist der entweder sehr teuer oder umständlich zu pressen. Genau deshalb schaue ich mir Slow Juicer an, die mir die Arbeit erleichtern sollten. Wäre da nicht die umständliche Reinigung. Welches Modell sich locker von der Hand waschen lässt und wie viel Saft dabei vorher herausspringt, will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.
Vergleichstabelle Slow Juicer
Slow Juicer Test
| Bewertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | Nicht in der Wertung | |||||
| Lieferumfang | Motorbasis, Schnecke, zwei Siebe (grob und fein), Trommel, Saftbehälter, Tresterbehälter, Reinigungsbürste, Presshilfe | Motorbasis, Trommel, Pressschnecke, ein Sieb, Saftbehälter und der Restebehälter | Motorbasis, Schnecke, Sieb, Trommel, Saftbehälter, Tresterbehälter, Presshilfe und Reinigungsbürste | Motorbasis, Schnecke, Sieb, Trommel, Saft- und Tresterbehälter, Reinigungsbürste und Presshilfe | Motorbasis, Schnecke, Sieb, Saftbehälter, Tresterbehälter, Presshilfe und Reinigungsbürste | Entsafter, Tresterbehälter, Saftbehälter, Stößel, Reinigungsbürste, zusätzlich Aufsatz für tiefgefrorene Zutaten | Motorblock mit Netzkabel, Einfüllkammer, Safttrommel, Pressschnecke, Feinsieb, Sorbet-Einsatz, Saftkanne, Tresterbehälter, Stopfer, Reinigungsbürsten-Set | Motoreinheit, Einfüllschacht, Stopfer, Pressschnecke, Pressbehälter, Tresterbehälter, Saftbehälter, Reinigungsbürste | Saftkrug, Tresterbehälter, Presshilfe, Reinigungsbürste, Bedienungsanleitung mit Rezepten | Motorblock, Saftbehälter, Tresterbehälter, Reinigungsbürste, Sieb, Pressschnecke |
| Maße* | 30,76 × 18,16 × 40,46 cm | 20 × 15,5 × 44 cm | ca. 40 × 17 × 34 cm | ca. 15 × 18,5 × 38,5 cm | 18 × 14,6 × 41,5 cm | 18,5 × 17,6 × 43,2 cm | 22,4 × 18,5 × 44,7 cm | 18 × 18 × 40 cm | 17,8 × 19 × 39,8 cm | 17,8 × 15,2 × 45 |
| Besonderheit | Zwei Siebe, Rücklauffunktion | Feines Sieb, einfache Reinigung, Rücklauffunktion | Rücklauffunktion, laut Hersteller spülmaschinengeeignet | Rücklauffunktion | Häcksler | Rücklauffunktion, Aufsatz für tiefgekühlte Waren | Rücklauffunktion, Sorbet-Einsatz | Rücklauffunktion | Rücklauffunktion | spülmaschinengeeignet |
| Pressergebnis 700 Gramm Orange | circa 490 ml | circa 500 ml | circa 450 ml | circa 440 ml | circa 450 ml | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet |
| Reinigung | Umständlich | Einfach | Einfach | Einfach | Umständlich | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet |
| Testnote | 2,20 | 2,25 | 2,55 | 2,65 | 2,95 | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet | nicht getestet |
| Erhältlich bei |
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*Herstellerangabe
So haben wir die Produkte ausgewählt
Nach diesen Kriterien haben wir die Produkte für den Slow-Juicer-Test ausgewählt:
- Marke beziehungsweise Hersteller: Uns war bei der Auswahl der Slow Juicer wichtig, dass wir einen Mix aus etablierten Marken testen. Namen wie Kenwood, Amzchef und Ninja haben sich über Jahre einen Ruf in der Welt der Küchengeräte erarbeitet. Daneben haben wir drei günstigere Alternativen ausgewählt, die sich eher im Onlinehandel finden. Dazu gehören Fretta und Divaro. Hier interessiert uns, ob sie mit den Premium-Entsaftern mithalten können.
- Beliebtheit: Neben bekannten Marken war ein Auswahlkriterium die Beliebtheit im Online-Handel. Welche Slow Juicer landen häufig im Warenkorb? Welche bekommen über die Sterne hinaus auch konkretes Lob für Saftausbeute und Reinigung? Amzchef und Ninja zählen bei Amazon zu den meistverkauften Modellen, der Divaro fällt mit etwas schwächeren Bewertungen ins Auge, Fretta dagegen mit sehr guten für einen ähnlichen Preis.
- Preisklassen: Das wohl wichtigste Kriterium für viele Interessenten bleibt der Preis. Deshalb sind bei unseren Tests immer günstigere Geräte im Feld. Uns treibt nicht nur bei Slow Juicern die Frage um: Muss es immer das Markenmodell für über 100 Euro sein? Oder reicht für die morgendliche Orange auch ein Einsteiger-Gerät für rund 32 Euro? Wir haben deshalb bewusst gestreut, vom preisgünstigen Divaro, über Mittelklasse-Modelle wie von Ninja oder Amzchef bis hin zu teuren Marken wie Kenwood.
- Gute Verfügbarkeit: Ein Test nützt nichts, wenn der Slow Juicer überall ausverkauft ist, oder nicht mehr produziert wird. Uns ist daher wichtig, dass die getesteten Geräte in bekannten Onlineshops wie Amazon oder Otto erhältlich sind. Kenwood und Ninja gibt es zusätzlich im Fachhandel. Wer auf Lieferzeit, Rückgaberecht und Ersatzteile achtet, findet bei allen fünf Modellen die nötige Infrastruktur.
So haben wir getestet
Damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben, läuft jeder Slow Juicer das gleiche Programm. Zunächst schauen wir uns den Lieferumfang und die Verarbeitungsqualität an. Danach prüfen wir, wie leicht sich der Juicer aufbauen und in Betrieb nehmen lässt.
Anschließend geht es um den Saft: Im ersten Schritt wiegen wir ungeschälte Orangen auf rund 1000 Gramm ab, diese schälen wir im Anschluss, bevor die Slow Juicer diese pressen. Wichtig: Weil nicht jede Orange gleich ist, ergibt das meist ein Ergebnis um die 700 Gramm. Wir messen den gewonnenen Saft, um ihn im Anschluss zu verkosten. Beim Geschmack geben wir eine subjektive Einschätzung ab, wie viel Fruchtfleisch oder Kerne sich im Saft befinden.
Im zweiten Schritt quälen wir die Slow Juicer und füttern sie mit ganzen Karotten und ein dickes Stück Ingwer. Hier zählt nicht die Saftmenge, sondern ob die Schnecke ohne Pausen läuft, und ob der Motor genug Kraft hat, Möhre und Ingwer zu zerkleinern und zu pressen. Außerdem prüfen wir in diesem Schritt die Presshilfe, sollte der Slow Juicer sie benötigen.
Direkt nach dem Pressen zerlegen wir das Modell und spülen es von Hand. Auf eine Spülmaschine verzichten wir bewusst, weil nicht jeder Interessent eine besitzt. Wir prüfen die Zugänglichkeit von Sieb, Schnecke und Trommel. Ist alles mit normalen Bürsten erreichbar oder braucht es eine Zahnbürste, um an alle Ecken des Geräts heranzukommen und es gründlich zu reinigen?
Jedes Gerät erhält Schulnoten für jeden einzelnen Schritt. Am Ende rechnen wir die Gesamtnote aus. Zur Orientierung: Eine 1 bis 1,4 sind fünf Sterne, 1,5 bis 2,4 vier und so weiter. Die Verarbeitungsqualität zählt zu 15 Prozent, das Safterzeugnis zählt 50 Prozent, der Preis 25 Prozent und die Reinigung 10 Prozent. Aus dieser Gewichtung errechnet sich unsere Gesamtbewertung.
1. Ninja-Slow-Juicer
Der Ninja-Slow-Juicer ist unser Mittelklasse-Gerät. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 137,99 Euro kostet es gerade mehr als 100 Euro weniger als der Kenwood-Juicer.
Lieferumfang und Verarbeitung
Im Karton steckt etwas mehr als bei der Konkurrenz: Motorbasis, Schnecke, zwei Siebe (grob und fein), Trommel, Saftbehälter, Tresterbehälter, Reinigungsbürste, Presshilfe. Das zweite Sieb hebt den Ninja von den Mitbewerbern ab. Wer mal klaren Saft, mal Saft mit Fruchtfleisch möchte, wechselt einfach den Einsatz. Die Verarbeitung wirkt solide, auch hier schimmert die Markenherkunft durch.
Aufbau und Inbetriebnahme
Einen Slow Juicer zusammenzubauen, ist kein Hexenwerk. Das gilt auch für das Modell von Ninja. Zuerst setzen wir den Filter um die Presse. Dessen Sieb gehört über den Ausgang für den Saft. Markierungen helfen, die richtige Position zu finden. Darüber drehen wir noch den Ausgang für die Pressabfälle, bevor wir die Presse an den Motorblock drehen. Zuletzt kommt noch die Auffanghilfe drauf und wir sind fertig. Der Zusammenbau gelingt zügig. Die Teile passen ohne Hadern aneinander, der erste Probelauf läuft sauber.
Der Presstest
Wir entscheiden uns für das feine Sieb. Aus genau 709 Gramm geschälter Orange holt der Ninja etwas weniger als 500 Milliliter Saft heraus. Die Schaumkrone des Saftes touchiert den Eichstrich und ist damit beinahe auf Kenwood-Niveau. Der Saft kommt dünnflüssig ins Glas, ohne Kerne, mit dezentem Fruchtfleischanteil. Im Geschmack ist er natürlich frisch und ohne Beigeschmack.
Wir kommen zum Härtetest und sind beeindruckt. Ganze Karotten zerkleinert die Presse des Ninja-Juicers ohne große Probleme. Sie gehen ohne Pause durch. Der Motor hält die Drehzahl. Gleiches Spiel beim Ingwer, den der Juicer anstandslos presst. Die Presshilfe benötigen wir dabei kaum. Der Trester ist vergleichsweise trocken.
Reinigung
Die Reinigung ist eine der Schwachstellen des Ninja-Juicers. Viele Teile haben kleine Öffnungen und sind verschachtelt. Ein Beispiel sind die beiden Siebe. Mit einer normalen Spülbürste kommen wir nicht weit. Auch deshalb dürfte Ninja eine kleine Bürste beigelegt haben. Mit der gelingt das Säubern zwar problemlos, dauert aber etwas länger. Im Vergleich zum Top-Modell von Kenwood kommt uns die Reinigung des Ninja-Juicers etwas aufwendiger und fummeliger vor.
➕ Vorteile:
- einfacher Aufbau
- zwei Siebe
- gutes Pressergebnis
➖ Nachteile:
- umständliche Reinigung
Noten
- Verarbeitung: sehr gut
- Saft: gut
- Reinigung: befriedigend
- Preis: befriedigend
- Gesamtnote: 2,20
2. Kenwood PureJuice Pro Entsafter
Der Kenwood PureJuice Pro ist der teuerste im Vergleich. Satte 244,99 Euro berappen Sie für den Edeljuicer.
Lieferumfang und Verarbeitung
Im Karton liegen Motorbasis, Trommel, Pressschnecke, ein Sieb, Saftbehälter und der Restebehälter bei. Die Teile machen einen sehr wertigen Eindruck, der Kunststoff wirkt stabil, nichts klappert. Außerdem ist das Sieb sehr fein. Unangenehme Gerüche wie bei billigem Plastik nehmen wir nicht wahr.
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Zusammenbau gelingt im ersten Anlauf und ist selbsterklärend. Die Pressschnecke platzieren wir mittig im Sieb, beides kommt in die Trommel und dann auf den Motor. Deckel drauf, Saft- und Auffangbehälter platzieren, fertig. Das Gerät steht sicher auf der Arbeitsplatte, rutscht nicht, ist sauber verarbeitet und startet ohne Murren.
Der Presstest
Nachdem die Orangen geschält sind, bleiben rund 700 Gramm übrig und wir gehen ans Pressen. Um unsere Kleidung müssen wir nicht fürchten, nichts spritzt aus dem Gehäuse. Die Presshilfe benötigen wir kaum, der Kenwood-Slow-Juicer saugt die Stücke gut ein und der Motor zeigt keine Probleme beim Pressen.
Das Ergebnis ist das beste im Vergleich: Satte 500 Milliliter Saft aus 715 Gramm geschälter Frucht erreicht der Juicer. Weil das Sieb sehr fein ist, der Saft fließt vergleichsweise dünnflüssig ins Glas und natürlich ohne Kerne. Geschmacklich gibt es nichts zu meckern, der Orangensaft schmeckt frisch. Wer allerdings mehr Fruchtfleisch möchte, hat ein Problem: Ein gröberes Sieb liegt nicht bei.
Kommen wir zum Härtetest: Nacheinander packen wir zwei ganze Karotten in den Schacht und der Kenwood PureJuice Pro Entsafter verarbeitet diese ohne zu murren. Der Motor arbeitet dabei unbeeindruckt ohne merkliche Probleme, oder dass er lauter wird. Beim Ingwer das gleiche Spiel. Allerdings kommt beim harten Gemüse und der Knolle die Presshilfe zum Einsatz. Trotzdem: Wer schnippelfaul ist, schätzt die Stärke des Motors.
Reinigung
Das Auseinanderbauen gelingt so leicht wie der Aufbau. Was uns beim Säubern auffällt: Fast alle Teile sind angenehm groß und gut mit normalen Reinigungsbürsten zu erreichen. Einzige Ausnahme ist der Schacht, bei dem die Pressabfälle herauskommen. Hier spülten wir relativ lange durch, bis er sauber war. Andere versteckte, schwer zu erreichende Punkte fielen uns nicht auf. Insgesamt gehört die Reinigung zu den leichtesten im Vergleich.
➕ Vorteile:
- einfaches Auf- und Abbauen
- bestes Ergebnis
- feines Sieb
- leichte Reinigung
➖ Nachteile:
- teuer
- keine gröberen Siebe für mehr Fruchtfleisch
Noten
- Verarbeitung: sehr gut
- Saft: gut
- Reinigung: sehr gut
- Preis: ausreichend
- Gesamtnote: 2,25
3. Divaro-Slow-Juicer
Der Divaro-Slow-Juicer ist der günstigste im Vergleich. Für schmale 31,49 Euro landet er im Warenkorb. Eine kurze Markenrecherche zum Hersteller oder Verkäufer Velrius lässt uns mit Fragezeichen zurück. Amazon etwa offenbart uns, dass Velrius neben Slow Juicern noch Bodenschutzmatten, Fußballschuhe, Klimmzugstangen oder Klebebänder anbietet.
Lieferumfang und Verarbeitung
Im Karton liegen Motorbasis, Schnecke, Sieb, Trommel, Saftbehälter, Tresterbehälter, Presshilfe und Reinigungsbürste. Beim Auspacken steigt ein deutlicher Kunststoffgeruch in die Nase. Der Saftbehälter macht ebenfalls keinen ganz glücklichen Eindruck: Sein massives Volumen wirkt unhandlich, eine richtige Ausgießnase fehlt. Auch der Saftauslauf am Gerät wirkt unbeholfen: Er hat keinen Verschluss.
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Zusammenbau klappt im ersten Anlauf. Sobald der Motor anläuft, dreht sich aber das Bild. Der Divaro arbeitet hörbar lauter als die Mitbewerber. In der offenen Büroküche drehen sich Köpfe zu uns um. Und noch etwas fällt auf: Beim Einschalten steigt abermals der Duft von Plastik in die Nase, diesmal aber etwas penetranter. Unsere Gefühle sind gemischt: Einige Redakteure empfinden den Duft für günstige Küchengeräte als normal. Sei es drum, wir gehen über zum Presstest.
Der Presstest
Der Divaro-Juicer liefert eine ähnliche schwache Ausbeute wie das Modell von Amzchef. 450 Milliliter landen im Behältnis. Immerhin verfliegt der Plastikduft des Geräts bei der Benutzung. Das könnte natürlich daran liegen, dass er vom zitrischen Duft der Orangen abgelöst wird. Immerhin schmeckt der Saft genauso frisch, wie bei den anderen Juicern. Allerdings sei dabei angemerkt, dass das Umgießen größere Schwierigkeiten bereitet, wenn der Behälter voll ist. Ohne Tülle landet ein Teil des Saftes neben dem Glas. Wer hier nicht aufpasst, putzt anschließend die Arbeitsplatte mit. Gleiches gilt für den bereits angesprochenen fehlenden Verschluss am Saftauslauf. Hier tröpfelt es munter weiter.
Womit wir zum Karotten- und Ingwertest kommen. Beim harten Gemüse ist der Divaro auf die Presshilfe wirklich wirklich angewiesen. Ganze Karotten verschwinden nicht von selbst im Schacht, der Motor zieht sie nicht ein, sondern erwartet Nachdruck von oben und zwar eine ganze Menge davon. Auch beim Ingwer unterstützt die Presshilfe. Andere Geräte verschlingen das Pressgut besser, beim Slow Juicer von Divaro helfen wir ordentlich nach. Hier empfiehlt sich die Mehrarbeit, Karotten & Co. etwas zu zerkleinern.
Reinigung
Die Reinigung gelingt ohne Probleme. Die Teile lassen sich leicht trennen, das Sieb spült sich zügig sauber. Nichts klemmt, nichts haftet. Trotzdem sei eines gesagt: Wegen des Behältnisses und des tropfenden Safthahns verursacht der Slow Juicer von Divaro auf der Küchenzeile mehr Schmutz als die anderen Geräte. Zur Verteidigung des Divaro-Juicer sei aber gesagt, dass wir bei jedem Juicer im Anschluss die Küchenzeile säubern mussten. Ob jetzt drei Tropfen Saft oder zehn weggewischt werden, ist in unseren Augen unerheblich, weil der Aufwand gleich ist.
➕ Vorteile:
- günstig
- einfach Reinigung
➖ Nachteile:
- keine Tülle beim Behältnis
- Plastikduft
- Motor spürbar schwächer und lauter
- kein Verschluss am Safthahn
Noten
- Verarbeitung: ausreichend
- Saft: befriedigend
- Reinigung: gut
- Preis: sehr gut
- Gesamtnote: 2,55
4. Fretta Slow Juicer
Der Fretta-Juicer gehört zu den günstigeren im Vergleich, kostet aber mit rund 65 Euro doppelt so viel wie der Divaro-Entsafter. Im Vergleich zu anderen Herstellern hat sich Fretta auf die Produktion von Entsaftern spezialisiert und bietet sonst keine weiteren Küchengeräte an.
Lieferumfang und Verarbeitung
Im Lieferumfang stecken die Standardteile: Motorbasis, Schnecke, Sieb, Trommel, Saft- und Tresterbehälter, Reinigungsbürste und Presshilfe. Die Verarbeitung wirkt solide, der Kunststoff fühlt sich für den Preis ordentlich an. Ein erster Pluspunkt für den günstigen Entsafter.
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Zusammenbau bremst den ersten Eindruck aus. Die Teile sitzen nur dann richtig, wenn jeder Pfeil und jede Markierung exakt aufeinander zeigen und einrasten. Man möge uns verzeihen, es war aber der einzige Entsafter im Vergleich, den wir nicht auf Anhieb korrekt zusammengebaut haben. Wir haben eine Einrastfunktion schlicht nicht wahrgenommen, weshalb der Fretta-Entsafter nicht anspringen wollte. Das ist im Sinne der Sicherheit natürlich löblich, und eigenes Unvermögen können wir nicht ankreiden, aber es war eben der subjektiv schwierigste Aufbau im Vergleich.
Der Presstest
Wieder wiegen wir circa 700 Gramm geschälte Orangen ab, schalten den Entsafter ein und geben die Orangen in den Füllschacht. Der Fretta-Entsafter vollbrachte dabei ein Kunststück, das wir so bei keinem anderen Entsafter im Vergleich erlebt haben. So spritzt der Saft der gepressten Orangen ordentlich aus dem Entsafter und verdreckt den Pullover des Testers.
Wer mit dem Slow Juicer von Fretta arbeitet, sollte übrigens immer die Presshilfe benutzen. Denn sie hilft nicht nur beim Pressen, sondern bringt Frucht und Obst in die passende Postion. Trotzdem fällt das Ergebnis schwächer aus als bei anderen Entsaftern. Aus 700 Gramm geschälter Orange kommen circa 440 Milliliter Saft ins Glas. Die Pressabfälle sind dabei auch noch spürbar feuchter als bei der Konkurrenz.
Im Saft befindet sich daneben mehr Fruchtfleisch, wodurch er etwas dickflüssiger wirkt. Grund dafür ist sein grobes Sieb. Wer das mag, freut sich.
Ganze Karotten überfordern den Fretta. Ohne Presshilfe funktioniert hier nichts. Die benötigen wir, um die Karotte an die Presse zu halten. Das schaffen andere Entsafter deutlich besser. Den Ingwer verarbeitet das Gerät ebenfalls nur mit häufigem Nachsetzen über die Presshilfe.
Reinigung
Hier liegen die Stärken des Fretta. Die wenigen Teile lassen sich leicht trennen, das grobe Sieb spült sich fast ohne Bürste sauber. In wenigen Minuten steht alles wieder im Schrank.
➕ Vorteile:
- Vergleichsweise günstig
- einfache Reinigung
- sichere Bedienung
➖ Nachteile:
- vergleichsweise komplizierter Aufbau
- Saft spritzt beim Pressvorgang heraus
- Presshilfe unabdingbar
- schwächste Saftausbeute
Noten
- Verarbeitung: befriedigend
- Saft: befriedigend
- Reinigung: gut
- Preis: gut
- Gesamtnote: 2,65
5. Amzchef Slow Juicer
Aufgrund des ähnlichen Namens glaubten wir zunächst, Amzchef sei eine Eigenmarke von Versandriese Amazon – ist sie aber nicht. Der Slow Juicer von Amzchef kostet 99,99 Euro (136-mm-Variante) und reiht sich preislich etwas unter den Entsafter von Ninja ein.
Lieferumfang und Verarbeitung
Der Lieferumfang des Amzchef-Entsafters unterscheidet sich nicht im Geringsten von dem anderer Slow Juicer. Im Karton liegen Motorbasis, Schnecke, Sieb, Trommel, Saftbehälter, Tresterbehälter, Presshilfe und Reinigungsbürste. Die Verarbeitung wirkt solide. Und uns fällt sofort eine Besonderheit auf: In der Trommel für Gemüse und Obst befindet sich eine Art Häcksler, der die Stücke zerkleinert, bevor sie durch die Schnecke gepresst werden.
Alle andere Juicer im Vergleich verzichten darauf und haben nur eine Schnecke. Was uns zudem auffällt: Am Boden des Motors befinden sich Saugnäpfe. Dadurch steht der Slow Juicer besonders sicher auf der Küchenzeile, lässt sich im Gegenzug aber auch nur besonders schwierig bewegen.
Aufbau und Inbetriebnahme
Der Zusammenbau gelingt ohne Probleme. Im Prinzip müssen wir nur die Teile aufeinandersetzen und verdrehen. Pfeile zeigen uns die korrekten Einrastwinkel an. Wichtig: Der Slow Juicer arbeitet nur, wenn alles korrekt eingerastet und der Deckel geschlossen ist. Insgesamt ging der Aufbau zügig und ohne Probleme von der Hand.
Der Presstest
Womit wir zum wichtigsten Testkriterium kommen und zwar, wie viel Saft der Juicer aus 700 Gramm Orangen presst. Sein Ergebnis rangiert im Mittelfeld mit knapp 450 Millilitern. Weniger als Ninja und Kenwood, ein Mü mehr als bei Fretta, auf Augenhöge mit Divaro.
Bei Orangen fällt uns der Häcksler abermals auf, denn anstatt die Früchte zu zerkleinern, zermatscht er diese eher und viel Fruchtfleisch verheddert sich an ihm. Mit der Presshilfe versuchen wir, die Frucht zu lösen – und scheitern. Erst wenn wir das Gerät ausschalten und öffnen, vermögen wir die Fruchtreste vom Häcksler zu lösen. Geschmacklich ist der Saft aber wie bei allen anderen köstlich. Kerne und grobes Fruchtfleisch filtert das Sieb gekonnt heraus.
Was bei weichem Pressgut noch nervt, hilft bei Karotte und Ingwer dagegen gut. Zwar haben die anderen Juicer größtenteils das harte Obst mit der Pressschnecke klein bekommen, der Häcksler des Modells von Amzchef zerkleinert Möhre und Ingwer trotzdem zuverlässig. Auch wenn wir etwas mit der Presshilfe drücken müssen. Schön. Was uns allerdings negativ auffällt ist die Größe des Restebehälters. Nach 700 Gramm Orangen, zwei Möhren und einem Stück Ingwer quillt dieser über. Ein etwas größeres Behältnis wäre wünschenswert gewesen.
Reinigung
Die Reinigung ist dagegen ein Graus. Und Sie ahnen es bereits: Es liegt mal wieder am Häcksler und der Trommel. Wegen der Bauweise sind die Teile relativ groß, dazu versperrt der Häcksler einer normalen Spülbürste den Weg. Hier braucht es eine kleine Bürste wirklich, um in die Ecken zu kommen. Gerade in einer kleineren Spüle ist die Reinigung umständlich. Das liegt in unserem Fall vor allem daran, dass der Wasserhahn ständig im Weg ist. Insgesamt ist die Handwäsche des Amzchef die unangenehmste im Vergleich.
➕ Vorteile:
- einfacher Zusammenbau
- sicherer Stand
- Häcksler zerkleinert hartes Gemüse
➖ Nachteile:
- Umständliche Reinigung
- Fruchtreste verfangen sich im Häcksler
Noten
- Verarbeitung: gut
- Saft: befriedigend
- Reinigung: ausreichend
- Preis: befriedigend
- Gesamtnote: 2,95
Slow Juicer: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Wie viel Saft erhalte ich aus einem Kilogramm Orangen?
Ein Kilogramm ungeschälte Orangen reduzieren sich auf circa 700 Gramm geschälte. Daraus holen gute Slow Juicer rund 500 Milliliter Saft heraus. Der schwächste Slow Juicer im Vergleich schaffte rund 440 Milliliter.
Kann ich auch tiefgefrorenes Obst verarbeiten?
Nein, weil das Wasser gefroren ist. Tiefgefrorenes Obst lässt sich nicht zu Saft verarbeiten und muss vorher aufgetaut werden. Wer seinen Slow Juicer quälen möchte, kann trotzdem Gefrierobst in ihn geben, erhält dann aber statt Saft Fruchtsorbet und riskiert unter Umständen einen Defekt des Geräts.
Wie lange ist frisch gepresster Saft haltbar?
Kalt gepresster Saft hält im Kühlschrank bis zu drei Tage, wenn Sie ihn gut verschließen. Frisch aus dem Slow Juicer schmeckt er allerdings am besten. Wer Vorrat machen will, friert den Saft portionsweise ein.
Spüle ich Slow Juicer am besten von Hand?
Der Motorblock muss in jedem Fall trocken bleiben. Sieb, Schnecke, Trommel und Behälter sind je nach Modell spülmaschinenfest. Eine Handreinigung direkt nach dem Pressen geht oft schneller, weil eingetrocknetes Fruchtfleisch sich später schwerer löst.
Warum schäumt mein Saft?
Schaum entsteht durch Lufteinschlüsse. Slow Juicer schäumen weniger als Zentrifugal-Entsafter, ganz vermeiden lässt sich der Schaum aber nicht. Wer den klarsten Saft will, lässt das Glas eine Minute stehen und nimmt den Schaum mit einem Löffel ab.
Ist ein Slow Juicer auch für grüne Smoothies geeignet?
Slow Juicer liefern Saft, keine Smoothies. Für einen Smoothie brauchen Sie einen Standmixer, weil dort die Faserstruktur erhalten bleibt. Slow Juicer verarbeiten allerdings problemlos Blattgrün, das im Zentrifugal-Entsafter Mühe bereitet.
Hinweis: Dieser Text wurde teilweise mit maschineller Unterstützung erstellt und nach den üblichen, strengen redaktionellen Kriterien bearbeitet und geprüft.