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Auszeichnung: Josef Winkler erhält Büchner-Preis

Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler erhält in diesem Jahr den renommierten Georg-Büchner-Preis. Seit 1951 wird der mit 40.000 Euro dotierte Preis vergeben. Die Jury lobte Winklers Bücher, deren "obsessive Dringlichkeit einzigartig" sei.

Der Georg-Büchner-Preis geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Josef Winkler. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Winkler, am 3. März 1953 als Sohn eines Bauern in Kärnten geboren. Nach drei Jahren Handelsschule war er zunächst in einer Oberkärntner Molkerei angestellt, besuchte dann die Abendschule und arbeitete gleichzeitig in einem Verlag, der Karl-May Bücher herausgab. Danach wechselte er auf einen Verwaltungsposten der Klagenfurter pädagogischen Hochschule und begann nebenbei zu schreiben. Winkler lebt heute in Klagenfurt.

Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung teilte zur Begründung der Preisvergabe mit: "Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist." Sein erster Roman von 1979 trägt den Titel "Menschenkind". 1982 erschien von ihm "Muttersprache". Zuletzt veröffentlichte Winkler im Jahr 2007 die Novelle "Roppongi. Requiem für einen Vater". Josef Winkler ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und der Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen & Autoren.

Die Akademie erklärte, was Winkler seit seinem ersten Roman "Menschenkind" aus dem Jahr 1979 in einer barock-expressiven Sprache immer neu anklage, bilde zugleich "das produktive Element einer Hassliebe, in der Blasphemie und Frömmigkeit, Todessehnsucht und Todesangst sich zu einem bewegenden Abgesang auf eine untergehende Welt vereinen." Dafür hatte er bereits 1979 den Verleger-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes gewonnen.

Winkler arbeitet seit 1982 als freier Schriftsteller. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt. Im Sommersemester 2007 hatte er die Poetikdozentur an der Universität in Frankfurt am Main inne. Winkler wurde unter anderem mit dem Kranichsteiner Literaturpreis (1990), dem Bettina-von-Arnim-Preis (1995) und dem Alfred-Döblin-Preis (2001) ausgezeichnet.

Der Büchner-Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie am 1. November 2008 in Darmstadt verliehen. Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 vergeben. Den Büchner-Preis erhalten Autoren, die "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben", wie es in der Satzung heißt. Herausragende Gewinner in seiner Geschichte waren Erich Kästner, Max Frisch, Günter Grass, Heinrich Böll und Elfriede Jelinek.

Im letzten Jahr sorgte die Dankesrede des Preisträgers Martin Mosebach für einen Eklat. Er hatte sich darin sowohl über den Dichter Büchner als Literat ausgelassen, als auch einen zum Himmel schreienden Vergleich zum SS-Reichsführer Heinrich Himmler gezogen.

Bekannte bisherige Preisträger sind Erich Kästner, Max Frisch, Günter Grass, Heinrich Böll und Elfriede Jelinek. Im vergangenen Jahr hatte die Verleihung des Büchner-Preises an den Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach Diskussionen ausgelöst.

DPA/AP / AP / DPA