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"Der Super-Guru": Ein Inder in New York

Der indische Tanzlehrer Ramu entwickelt sich in New York unter dem Einfluss der ebenso freizügigen wie attraktiven Sharonna zum gefragten Ratgeber in Sexfragen.

Temperamentvoll wirbelt ein junger indischer Tanzlehrer (Jimi Mistry) durch das Büro eines New Yorker Filmproduzenten. Die Freude über sein promptes Engagement schlägt jedoch in blankes Entsetzen um, als er erst bei den Dreharbeiten merkt, dass er in einem Pornofilm mitspielen soll. Selbst die cleveren Ratschläge seiner attraktiven Filmpartnerin (Heather Graham) fruchten bei ihm nicht. Als er auf ihre heißen Tipps zurückgreift, um die gelangweilten Gäste einer dekadenten Party zu unterhalten, wird er von der überkandidelten Gastgeberin (Marisa Tomei) als «Guru des Sex» gepriesen. In der originellen Liebeskomödie «Der Super-Guru» spielt die amerikanische Regisseurin Daisy von Scherler Mayer ironisch mit den Klischees und Zerrbildern, die in der westlichen Welt mit exotischen Kulturen verbunden werden: frech, frisch, frivol.

Mit seiner Idee zu diesem unkonventionellen Kinostoff begeisterte der indische Produzent und Regisseur Shekhar Kapur («Elizabeth», «Die vier Federn») die britischen Erfolgsproduzenten Tim Bevan und Eric Fellner. Mit ihrer Firma Working Title zeichnen sie bereits für internationale Kinohits wie «Vier Hochzeiten und ein Todesfall», «Notting Hill», «Bridget Jones» oder «About a Boy» verantwortlich. Mit dem Skript betraute das Team die britische Autorin Tracey Jackson, die sich auf Drehbücher mit Indien-Themen spezialisiert hat.

Um die knallbunten, berauschenden Tanzeinlagen in «Der Super-Guru» zu inszenieren, absolvierte die Regisseurin zunächst einen Bollywood-Crash-Kurs. «Für die Tanz- und Gesangsszenen kombinierten wir Elemente aus Bollywood-Filmen und klassischen Hollywood-Musicals der dreißiger Jahre», erklärt von Scherler Mayer. Um ihren Darstellern ein entsprechendes Gefühl zu vermitteln, schnitt sie viel Material zusammen.

«Der Super-Guru» verbindet klassische Genre-Zutaten wie Verwirrtheit der Gefühle und wilde Verwicklungen mit kulturellen Crossover-Elementen der Bollywood-Welle. Gleichzeitig karikiert sie mit gelungenen Gags die Klischees vom amerikanischen Traum und indischen Stereotypen. «Die Amerikaner sollten mehr Filme produzieren, die fremde Lebensanschauungen zeigen», meint die Regisseurin. «Wir leben sehr isoliert vom Rest der Welt und verstehen nicht, warum die Leute uns hassen.» Gerade über Filme, glaubt die New Yorkerin, könnten auch andere Ideen vermittelt werden.