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"Monaco Franze"-Regisseur: Helmut Dietl hat Lungenkrebs

Schock für Deutschlands Filmszene: Regisseur Helmut Dietl hat in einem Zeitungsinterview enthüllt, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist. Seine Heilungschancen lägen bei höchstens zehn Prozent.

Der zu den erfolgreichsten deutschen Filmemachern zählende Regisseur Helmut Dietl ist schwer krank. Er leide an Lungenkrebs, enthüllte Dietl in der Wochenzeitung "Die Zeit". Seine Ärzte räumten ihm "im günstigsten Fall" eine Heilungschance von zehn Prozent ein, "eher drunter". Die Diagnose habe er Anfang Oktober erhalten.

Er sei von seiner Erkrankung nicht sehr überrascht gewesen, sagte Dietl dem Blatt: "Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist." Nach eigener Berechnung hat 69-Jährige der Zeitung zufolge ungefähr eine Million Zigaretten geraucht, bis er vor sechs Jahren mit dem Rauchen aufhörte.

"Ich möchte in Ruhe gelassen werden"

Dietl sagte dem Blatt, er erkundige sich nach allen möglichen Behandlungsmethoden, er sei aber skeptisch, ob er sich einer Chemotherapie und einer Bestrahlung unterziehen wolle. "Man kann diesen Kampf führen - aber geht man gerne in einen Kampf mit einer zehnprozentigen Chance?" Weiter wolle er sich nicht zu seiner Krankheit äußern. "Ich möchte möglichst in Ruhe gelassen werden," erklärte der Regisseur.

Dietl steht in der deutschen Film- und Fernsehgeschichte für Erfolge wie "Schtonk" um die gefälschten Hitler-Tagebücher, "Rossini" oder die TV-Serie "Monaco Franze" mit Helmut Fischer. Zurzeit arbeitet er an einem Film mit dem österreichischen Humoristen Josef Hader. Das Drehbuch thematisiert auch den Schlaganfall, den Dietl im Jahr 2007 erlitt.

Der 69-Jährige, der lange mit Schauspielerin Veronica Ferres (48) zusammen war, ist in vierter Ehe mit der Business-Trainerin und Journalistin Tamara Dietl verheiratet. Das Paar hat eine zehnjährige Tochter. Aus seinen früheren Beziehungen hat Dietl zwei weitere, erwachsene Kinder.

mad/AFP/DPA / DPA