HOME

Stern Logo Filmfestival in Cannes

"Iron Sky Universe": Die Mond-Nazis schlagen zurück

Die Mond-Nazis aus "Iron Sky" waren einer der Publikumslieblinge des Jahres 2012. Nun geht die absurde SciFi-Komödie in die nächste Runde. Wieder zählen die Macher auf die Unterstützung der Fans.

Die Science-Fiction-Komödie "Iron Sky" war eine der großen Überraschungen des Kinojahres 2012. Das lag vor allem an der absurden Geschichte: Während des US-Wahlkampfs im Jahr 2018 entdecken amerikanische Astronauten auf der dunklen Seite des Mondes eine kilometergroße Nazi-Siedlung in Form eines Hakenkreuzes samt Ufo-Flotte. Hier im Verborgenen werkeln die Nationalsozialisten in bester Metropolis-Manier 70 Jahre an einem Riesenkampfraumschiff namens "Götterdämmerung". Nachdem sie von den Amerikanern aufgeschreckt wurden und das Smartphone eines Astronauten erbeuten, sehen sie ihre Zeit gekommen, um erneut nach der Weltherrschaft zu greifen.

Der finnische Regisseur Timo Vuorensola realisierte das Nazi-Spektakel als wilde Hommage an B-Movie-Streifen aus den Fünfzigern mit viel schwarzem Humor und Action. Gekonnt nahm er die zahlreichen Verschwörungstheorien rund um die Reichsflugscheiben aufs Korn.

Doch viel mehr als die bizarre Handlung begeisterte Filmfans die Entstehungsgeschichte des Streifens: Finanziert wurde "Iron Sky" teilweise durch sogenanntes Crowdfunding, bei dem Fans Geld für das Projekt zur Verfügung stellten. Auf der sonst eher strengen, politisch engagierten Berlinale feierte die durchgeknallte Nazi-Persiflage im Februar 2012 ihre Premiere.

Kinotrailer: "Iron Sky - Wir kommen in Frieden!"

Mehr als 200.000 Euro gesammelt

Nun kehren die Mond-Nazis zurück: Zwei Jahre später, pünktlich zu den Filmfestspielen in Cannes, haben die Macher eine neue Crowdfunding-Kampagne online gestellt. "Wir wollen Iron Sky zu einer Science-Fiction-Saga ausbauen, die quer über alle Medien funktioniert", heißt es auf der Seite des finnischen Portals "Invesdor". Unter anderem soll es Filme geben, eine TV-Serie und sogar Videospiele.

Das Interesse ist riesig: Bislang haben 301 Menschen 214.050 Euro (Stand: 14. Mai 16.17 Uhr) zur Verfügung gestellt, jeder Investor wird Teilhaber des Unternehmens. Die Aktion läuft noch sieben Tage. Das Ergebnis hätte schon jetzt "die wildesten Erwartungen übertroffen", sagt Produzent Tero Kaukomaa der Webseite "Screen Daily". In Cannes soll das Film-Sequel genauer vorgestellt werden.

Christoph Fröhlich
Themen in diesem Artikel