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Gameshow-Veteran: "Der Werner"

Er gehört zu den Veteranen der privaten TV-Unterhaltung. Werner Schulze-Erdel moderiert seit den achtziger Jahren Gameshows bei den Privaten und das sehr erfolgreich. Sein erster Erfolg war die Vormittags-Rate-Show "Ruck Zuck" auf Tele 5.

Wenn man an die achtziger Jahre zurückdenkt, erinnert man sich unweigerlich auch an die weiße Tennissocke, ein heute die Erinnerung belastendes Modeaccessoire. Und wenn man sich dazu den entsprechenden Prominenten vorstellt, der vielleicht am ehesten das verkörperte, was irgendwie mit einer weißen Socke zu tun hat, dann kommt einem - natürlich - Werner Schulze-Erdel in den Sinn. Allein schon dieser Doppelname: Schulze-Erdel, das ist weiße Socke pur und getragen hat er sie auch.

Werner Schulze-Erdel ist der Dauerbrenner auf kleiner Flamme in der Quiz-Show-Branche, seit 1987 ist er bei RTL unter Vertrag. Das "Familien-Duell", das jetzt gerade in eine kreative Pause geht, moderiert er seit zehn Jahren. Aber darum geht es nicht. Schulze-Erdel wurde mit der Gameshow "Ruck Zuck" bekannt, die er von 1988 bis 1991 bei Tele 5 präsentierte. Die Show lief insgesamt 12 Jahre bis 2000 auf drei verschieden Sendern. Aber groß gemacht hat sie der gebürtige Münsteraner mit dem akkuraten, leicht rotblonden Scheitel, mit dem er immer noch eher in die Achtziger passt als ins dritte Millenium.

Der Vormittag für leidenschaftliche Fernsehgucker

"Ruck Zuck" lief immer am Vormittag. Überhaupt wurde der Vormittag für den leidenschaftlichen Fernsehgucker durch die Privaten spannender und unterhaltsamer. Viele, die nichts besseres zu tun hatten, wie Zivildienstleistende, Hausfrauen oder Schulschwänzer, sorgten für stabile Quoten.

Das Konzept von "Ruck Zuck" war griffig. Zwei fünfköpfige Teams (Männer contra Frauen) mussten gegeneinander antreten und in zwei Runden Begriffe erklären und erraten. Dem Siegerteam winkte ein Geldpreis und die Teilnahme an der nächsten Show gegen die neuen Herausforderer. Das Format funktionierte. "Der Werner" versprühte dazu einen harmlosen Schwiegersohnwitz. Das kam an, zumal er keine Scherze auf Kosten der Kandidaten machte. Die konnten sich da so richtig wohl fühlen. Schulze-Erdel war (und ist) der joviale Onkel im Anzug, der aber trotzdem irgendwie ganz locker ist.

5555 mal eine Show moderiert

Insgesamt 5555 mal hat der Westfale eine Show moderiert, davon 1032 mal "Ruck Zuck". Um so erstaunlicher, dass nie ein größeres Format dabei war. Aber vielleicht will er gar nicht. Er ist ausgebildeter Schauspieler und Dozent an der Deutschen Schauspielerakademie in München. Ein vielseitiger Mensch also, der im Seichten watet und sich gleichzeitig den höheren Künsten widmet.

Wer erinnert sich noch an Peter Bond, Olaf Kracht oder Harry Wijnvoord. Ihre Karrieren als Moderatoren im Fernsehen sind längst beendet. Lautsprecher Olaf Kracht ("Der heiße Stuhl") leitet inzwischen eine PR-Agentur, der frühere Pornodarsteller Peter Bond ("Das Glücksrad") versuchte eine Karriere als Politiker für die FDP in Mecklenburg-Vorpommern und scheiterte. Und Harry Wijnvoord ("Der Preis ist heiß")? Den kann man immer noch als Moderator mieten für private Galas oder Buisness-Events. Nur einer hat durchgehalten: "der Werner".

Tim Schulze
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