Die CDU macht die telefonische Krankschreibung mitverantwortlich für den hohen Krankenstand in Deutschland. Auf ihrem Parteitag in Stuttgart beschloss sie deswegen am vergangenen Wochenende, das Modell wieder abzuschaffen. Doch ausgerechnet die zuständige CDU-Ministerin macht jetzt einen Rückzieher.
So verweist Bundesgesundheitsministerin Nina Warken im „ntv-Frühstart" auf den Koalitionsvertrag: „Da steht ja auch nicht drin, die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, da steht drin, es wird Missbrauch eingedämmt.“
Nur geringer Anteil telefonischer Krankschreibungen
Die telefonische Krankschreibung ist seit Ende 2023 für Patientinnen und Patienten mit leichten Erkrankungen möglich und kann laut Bundesgesundheitsministerium für höchstens fünf Tage ausgestellt werden. Ihr Anteil an allen Krankschreibungen liegt bei rund einem Prozent, berichtet der Deutschlandfunk.
Während die Parteibasis schärfere Korrekturen will, muss die Ministerin den Koalitionsfrieden wahren und gleichzeitig eine andere Großbaustelle entschärfen: die Krankenhausreform. Hier droht ihr Gegenwind aus den Bundesländern.
So verlangen die Länder Nachbesserungen, wollen Ausnahmen und mehr Geld für kleine Kliniken. Dennoch will die CDU-Politikerin die Reform bis Ende März durch Bundestag und Bundesrat bringen. Ziel der Reform sei, eine Grund- und Regelversorgung in der Fläche zu haben. Für speziellere Eingriffe müssten die Patienten aber auch längere Wege zum Krankenhaus in Kauf nehmen. Sie betont: „Aber es wird Veränderungen geben, es wird auch Schließungen geben, es wird Zusammenlegungen von Häusern geben.“ Ziel der Ministerin ist es einen Vermittlungsausschuss zu verhindern. Ob das wirklich gelingt, bleibt abzuwarten.