Fast 15 Tage im Jahr waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2025 im Durchschnitt krankgeschrieben. Kanzler Friedrich Merz macht für die aus seiner Sicht zu vielen Fehltage die telefonische Krankschreibung verantwortlich und fordert, dass diese überprüft werden müsse.
Eine klare Mehrheit der Deutschen will allerdings an der telefonischen Krankschreibung festhalten: In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern und RTL sprechen sich 62 Prozent für die Beibehaltung aus, 35 Prozent für eine Abschaffung.
Besonders groß ist die Zustimmung bei den 18- bis 29-Jährigen mit 85 Prozent. In der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen sinkt der Wert auf 66 Prozent, bei den über 60-Jährigen ist nur noch gut jeder Zweite dafür. Auch zwischen den Berufsgruppen verläuft eine deutliche Trennlinie: Während 69 Prozent der abhängig Beschäftigten die Regelung unterstützen, plädiert unter den Selbständigen mit 55 Prozent erstmals eine Mehrheit für ihr Ende.
AfD-Anhänger gegen telefonische Krankmeldung
Politisch zeigen sich klare Lager. Fast geschlossen stehen die Anhänger der Linkspartei hinter der telefonischen Krankschreibung, ebenso deutliche Mehrheiten finden sich bei Grünen und SPD. Gespalten ist die Union, bei der nur eine knappe Mehrheit am bisherigen Modell festhält. Die AfD-Anhänger lehnen die Regelung hingegen mehrheitlich ab.
CDU-Chef Friedrich Merz hatte zuletzt wiederholt kritisiert, das System lade zum Missbrauch ein und trage zu hohen Fehlzeiten bei. Die telefonische Krankschreibung war eingeführt worden, um Arztpraxen zu entlasten und Patienten Wege zu ersparen – steht seither jedoch immer wieder politisch in der Kritik.
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die repräsentative Erhebung für den stern und den Sender RTL am 22. und 23. Januar 2026 1007 Deutsche. Die mögliche Fehlerquote liebt bei plus/minus drei Prozentpunkten.