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Photobombe bei den Oscars Deswegen wird Cumberbatch so geliebt


Er ist ein höflicher, zurückhaltender Brite. Und wird von Millionen Menschen verehrt. Warum? Die Antwort ist ganz einfach.
Von Ulrike Klode

Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht verstehen können, was an Benedict Cumberbatch so besonders ist. Auf den ersten Blick ist das in der Tat nicht so leicht auszumachen: Der Brite sieht durchschnittlich aus, hat ziemlich dicke Lippen, antwortet in Interviews höflich auf Fragen, wirkt zurückhaltend. Seit vergangener Nacht wird es mir leichter fallen, das Phänomen Cumberbatch jenseits seiner unglaublichen schauspielerischen Gabe ("Sherlock", "12 Years A Slave", "Star Trek", "Inside Wikileaks", um nur ein paar Sachen zu nennen) zu erklären. Ich werde solchen Menschen einfach nur dieses Foto zeigen.

Da steht dieser Mann auf dem roten Teppich und vor ihm reihen sich ein paar Menschen auf, für eins dieser typischen, langweiligen Roter-Teppich-Bilder, wie es sie jedes Jahr zu Tausenden gibt. Menschen, von denen er natürlich weiß, wer sie sind. Und was macht dieser Mann, von dem die Fotografen natürlich längst auch schon diese langweiligen Fotos gemacht haben? Er springt hoch, reißt die Arme nach oben. Einfach so. Wahnsinn.

Und so ist es eigentlich immer, wenn Cumberbatch irgendwo auftaucht. Er macht etwas Unerwartetes. Sei es, dass er in einer Talkshow die "Star Wars"-Figur Chewbacca oder Schauspielerkollegen nachahmt, oder Schauspielerkollegen nachahmt, seine Hüften schwingt, Songtexte von R. Kelly vorträgt, für eine BBC-Kultsendung Autos testet. Es ist einfach immer irgendwie: Wahnsinn. Seine Fans - ja, gehöre ich auch dazu - lieben ihn dafür.

Und ja, natürlich habe ich bei der Übertragung der Oscar-Nacht immer darauf geachtet, was Cumberbatch gerade macht, wenn die Kamera ihn einfängt. Meist saß er da wie ein kleines Kind, das aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Hingerissen, mitgerissen. Und bei der Rede von Lupita Nyong'o stehen ihm tatsächlich Tränen in den Augen. Was in seinem Fall natürlich sofort von einem Fan verbreitet wird:

Hach, Benedict Cumberbatch. Bescher mir bitte noch mehr solcher Fotos!

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