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Gegen das Feiertagsgesetz am Karfreitag Mit "Das Leben des Brian" gegen die Kirche

"Always Look On The Bright Side Of Life": Wenn nichts im Leben mehr hilft, kann man immer noch singen und pfeifen. Diese und viele andere fundamentale Weisheiten verdanken wir Monty Python, die mit ihrer Passions-Parodie "Das Leben des Brian" einen unsterblichen Filmklassiker schufen. RTL2 spendiert uns diese Komödie Ostermontag zur besten Sendezeit. Und weil's so schön ist, folgt direkt im Anschluss daran der Mittelalterklamauk "Die Ritter der Kokosnuss".  RTL2 sendet die beiden Monty-Python-Kracher Ostermontag ab 20.15 Uhr.
"Always Look On The Bright Side Of Life": Wenn nichts im Leben mehr hilft, kann man immer noch singen und pfeifen. Diese und viele andere fundamentale Weisheiten verdanken wir Monty Python, die mit ihrer Passions-Parodie "Das Leben des Brian" einen unsterblichen Filmklassiker schufen. RTL2 spendiert uns diese Komödie Ostermontag zur besten Sendezeit. Und weil's so schön ist, folgt direkt im Anschluss daran der Mittelalterklamauk "Die Ritter der Kokosnuss".
RTL2 sendet die beiden Monty-Python-Kracher Ostermontag ab 20.15 Uhr.
© Picture Alliance/Mary Evans Picture Library
Am Karfreitag sind in Deutschland Partys, Konzerte und Sportwettkämpfe verboten. Auch Vorstellungen des Monty-Python-Klassikers "Das Leben des Brian". Eine Bochumer Initiative will das ändern.
Von Ellen Ivits

Am Karfreitag wird in Bochum der Film "Das Leben des Brian" aufgeführt - ungeachtet des Feiertagsgesetzes, das genau dies untersagt. Wie schon 2013 und 2014 zeigt die Initiative "Religionsfrei im Revier" den Monty-Python-Klassiker - eine bewusste Provokation, wie der Gründer der Initiative, Martin Budich, offen sagt. "Die Feiertagsgesetze tragen die Merkmale eines fundamentalistisches, klerikalen Staates, der seine Traditionen anderen aufzwingt", so Budich gegenüber dem stern.

Die so genannten "stillen Feiertage" wie der Karfreitag sind ihm ein Dorn im Auge. An diesem Tag herrscht in Deutschland nicht nur weitgehend ein Tanzverbot, auch einige Filme unterliegen einer Aufführungsbeschränkung. Verstöße werden mit Ordnungsstrafen geahndet. "Das sind vollkommen überkommene Kirchenprivilegien. Tausende Menschen, die nichts mit dem christlichen Glauben verbindet, werden damit gezwungen, sich an die Regeln der Kirche zu halten", sagte Budich. Wer gegen diese Regeln verstoße, werde bestraft. "Ich finde es zwar schön, dass ich nicht dafür gesteinigt werde, aber das Prinzip ist dasselbe", so Budich weiter. "Wieso darf an diesem Tag niemand fröhlich sein?", wundert er sich.

Das findet die Initiative so unangemessen, dass sie bewusst gegen das Feiertagsgesetzt verstößt. Für die Aufführung im Jahr 2013 verhängte die Stadt Bochum ein Bußgeld in Höhe von 300 Euro. Dagegen hat Budich Widerspruch eingelegt. Nun hofft er, dass die Stadt am Bußgeld festhält, damit er vor weiterführende Instanzen ziehen kann. Bis vor das Bundesverfassungsgericht will er gehen, um das Gesetz abzuschaffen. Die Chancen stünden gut, dass der Antrag dort angenommen wird, sagt Budich.

Auch herausgeschnittene Szenen werden gezeigt

Das Feiertagsgesetz stammt noch aus den 1950er Jahren. Es soll gewährleisten, dass christliche Gläubige nicht in ihren Andachten durch laute Veranstaltungen gestört werden. "Das ganze verliert jedoch an jeglichem Sinn, wenn niemand gestört wird", so Budich. Religion sei Privatsache und nicht Sache des Staates. Jeder solle seine freien Tage so gestalten können, wie er will. Mit der öffentlichen und kostenlosen "Brian"-Aufführungen im Sozialen Zentrum an der Josephstraße 2 wolle er ein Zeichen setzen und gegen kirchliche Dogmen ankämpfen.

Die Satire der Komiker-Truppe Monty Python aus dem Jahr 1979 erzählt die Geschichte des Brian, der zur gleichen Zeit wie Jesus geboren und gegen seinen Willen als Messias verehrt wird. In diesem Jahr hat Budich eine besondere Überraschung für das Publikum vorbereitet. Nach der Ausstrahlung der deutschen Fassung um 19 Uhr sollen "heikle Szenen" gezeigt werden, die damals kurz vor der Veröffentlichung des Films herausgeschnitten worden waren. Im Anschluss läuft dann die englische Version des Klassikers.


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