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The Hulk: Der grüne Choleriker

Wenn Bruce Banner wütend wird, platzt ihm der Kragen. Und die Ärmel. Und die Hose. Er wird zum großen, grünen Hulk. Eine der tragischsten Figuren der Comicwelt trampelt nun über die Leinwand.

Worum geht es?

Es geht um Emotionen, aufgestaute Emotionen, extrem mächtige Emotionen. Die lässt Dr. Bruce Banner in seinem Alltag als Wissenschaftler kaum heraus - bis er eine Überdosis Gammastrahlen abbekommt. Danach ist sein Körper eine tickende Zeitbombe. Wenn Banner Wut in sich verspürt, kann er diese nicht kontrollieren und verwandelt sich in ein giftgrünes, haushohes, vor Kraft strotzendes Monster: den Hulk. Als wäre seine unkontrollierte Zerstörungswut nicht problematisch genug, wachsen mit jeder Verwandlung auch noch Banners privaten Probleme proportional zu seinem Bizepsumfang: Seine Verlobte Betty Ross weiß nicht, was mit dem Liebsten passiert, wenn er grün sieht. Zu allem Überfluss ist ihr Vater auch noch ein schießwütiger Fünf-Sterne-General mit einem neuen Lieblingsziel: dem Hulk. Apropos Vater: Bruce Banners Daddy mischt auch mit - und ist der Schlimmste von allen. Ob die Muskeln des Titelhelden oder die zwischenmenschlichen Verwicklungen der Protagonisten - in dieser Geschichte ist alles riesig.

The Hulk

Comicvorlage

Stan Lee; Jack Kirby

Regie

Ang Lee

Darsteller

Eric Bana; Jennifer Connelly; Nick Nolte

Deutschlandstart

03.07.2003

Der Film

Mit Ang Lee hat sich kein klassischer Action-Regisseur des Stoffes angenommen. Als Wanderer durch die Genres ist der Taiwanese über Kostümflime ("Sinn und Sinnlichkeit"), Familiendramen ("Der Eissturm"), Western ("Ride with the Devil") und seinen größten Erfolg - "Tiger & Dragon" - schließlich beim großen Grünen angekommen. Dass Lee die menschliche Komponente der Geschichte vernachlässigen würde, stand bei dieser Filmografie nie zu befürchten. Ob es ihm aber gelungen ist, auch noch spektakuläre Monster-Action und einen glaubhaft am Computer generierten Hulk zu erschaffen und das alles unter einen Hut zu bringen, darüber streiten sich US-Kritiker und Fans immer noch trefflich. Bei den menschlichen Darstellern verließ sich Lee auf den aufstrebenden Australier Eric Bana ("Black Hawk Down") als Bruce Banner. Die Nebenrollen wurden mit bewährten Mimen wie Jennifer Connelly (als Betty Ross), Sam Elliott (als General Ross) und Nick Nolte als Bruces Vater besetzt.

Der Comic

Der legendäre Comic-Autor Stan Lee und Zeichner Jack Kirby erschufen 1962 für den Marvel-Verlag vielleicht den größten Verlierer unter den Superhelden, der es trotz (oder wegen) seiner Fehler 1968 zu einer eigenen Heftserie und inzwischen auf mehr als 500 Bände gebracht hat. Nicht nur sind die Superkräfte eher ein Fluch als ein Segen für Hulks Alter Ego, auch Bruce Banner ist (in den Comics) im Alltag kein echt netter Typ: Als Nuklearwissenschaftler entwickelt er eine Atomwaffe, und die destruktiven Gefühle, die der Hulk ungehemmt auslebt, sind ein ganz wesentlicher, im Alltag unterdrückter Teil von Banners Wesen.

Ralf Sander