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85. Academy Awards: Hanekes "Liebe" für fünf Oscars nominiert

Der Österreicher Michael Haneke geht als einer der Favoriten ins Oscar-Rennen. Ebenfalls vorn dabei: Christoph Waltz in "Django Unchained". Auch der NDR kann sich Hoffnungen machen.

Das Historiendrama "Lincoln" von Regisseur Steven Spielberg ist mit zwölf Nominierungen der Favorit bei den diesjährigen Oscars. Unter anderem wurde der Streifen über den legendären US-Präsidenten Abraham Lincoln am Donnerstag in der Königsklasse des besten Films des Jahres nominiert.

Die Romanverfilmung "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" des taiwanischen Regisseurs Ang Lee ist elf Mal für einen der begehrten Filmpreise nominiert. Weitere heiße Kandidaten sind das Filmmusical "Les Misérables" und die Tragikomödie "Silver Linings" mit je acht Nominierungen". Alle drei Streifen sind ebenfalls Anwärter auf den besten Film des Jahres. Außerdem nominiert sind in der Königskategorie der Spionage-Thriller "Argo", der Western "Django Unchained", der Independent-Film "Beasts of the Southern Wild" sowie "Zero Dark Thirty" - die Verfilmung der Jagd auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden.

Starker Auftritt deutschsprachiger Filmschaffender

Das Altersdrama "Liebe" des in München geborenen Österreichers Michael Haneke ist in fünf wichtigen Oscar-Sparten vertreten. Der Film mit den französischen Altstars Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant könnte den Oscar als bester Film, für Hanekes Regie und Drehbuch und zugleich die Trophäe als "Beste Schauspielerin" für Riva gewinnen.

Zudem konkurriert "Liebe" auch um den Auslands-Oscar. In dieser Sparte tritt er unter anderem gegen den Film "Die Königin und der Leibarzt" des Dänen Nikolaj Arcel an. Beide Streifen sind Produktionen mit starker deutscher Beteiligung.

Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz könnte mit seiner Rolle als Kopfgeldjäger in "Django Unchained" zum zweiten Mal Oscar-Gold holen. Der gebürtige Wiener hatte 2010 seinen ersten Oscar als bester Nebendarsteller mit dem Tarantino-Film "Inglourious Basterds" gewonnen.

Der Film "Töte zuerst - Der israelische Geheimdienst" ("The Gatekeepers") von Regisseur Dror Moreh ist in der Kategorie "beste Dokumentation" nominiert. Die Koproduktion des NDR mit dem israelischen Fernsehen IBA und ARTE France gewährt exklusive Einblicke in die israelische Besatzungspolitik: In Morehs Film treten erstmals alle sechs noch lebenden ehemaligen Chefs des Innengeheimdienstes Israels ("Schin Bet") vor die Kamera und berichten offen und auch zum Teil sehr selbstkritisch über ihre Arbeit. Sie sprechen unverhohlen u. a. über gezielte Tötungen von Palästinenserführern, über Bombenabwürfe auf Gaza, aber auch über den Terror ultraorthodoxer Juden.

Die Oscars werden am 24. Februar in Los Angeles verliehen.

ins/DPA / DPA