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Golden Globes 2013: Waltz und Haneke auf Oscar-Kurs

Überraschung bei den Golden Globes: Ben Afflecks Iran-Drama "Argo" triumphiert über Steven Spielbergs "Lincoln". Christoph Waltz und Michael Haneke gewinnen ebenfalls.

Wer hätte gedacht, dass der österreichische Ausnahmeregisseur Michael Haneke ("Das weiße Band") und "Terminator" Arnold Schwarzenegger einst auf der gleichen Bühne stehen würden. Die Golden Globes machen es möglich. Die Wertschätzung der Hollywoodschen Auslandspresse verteilte sich unerwartet, aber auch breit über die Filmlandschaft des vergangenen Jahres.

Er wurde zwar zur allgemeinen Verwunderung nicht für den Regie-Oscar nominiert, dafür hat US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck für seinen Politthriller "Argo" die Golden Globes für beste Regie und bestes Drama in der Tasche. Der Politthriller setzte sich zudem gegen den Favoriten "Lincoln" von Steven Spielberg durch, der der Verlierer des Abends war. Außerdem zogen "Django Unchained", "Life of Pi" und "Zero Dark Thirty" den Kürzeren. "Argo" berichtet von einer aberwitzigen, auf realen Geschehnissen beruhenden CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran.

Spielbergs Historiendrama "Lincoln" war zwar sieben Mal nominiert, doch gab es nur eine goldene Weltkugel für Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis. Jessica Chastain wurde für ihre Hauptrolle in Kathryn Bigelows umstrittenem "Zero Dark Thrirty" über die Jagd auf Osama Bin Laden ausgezeichnet.

Österreichischer Doppeltriumph

Michael Haneke gewann für sein herzzerreißend-ehrliches Altersdrama "Liebe" den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film. Der Publikumshit "Ziemlich beste Freunde" ging leer aus.

Auch Hanekes Landsmann Christoph Waltz darf schon wieder auf einen Oscar hoffen: Er wurde als bester Nebendarsteller in Quentin Tarantinos Rache-Western "Django Unchained" geehrt. "Lasst mich erst mal Luft schnappen", sagte der 56-Jährige sichtlich überrascht beim Empfang der Trophäe. 2010 hatte der gebürtige Wiener seinen ersten Nebenrollen-Golden-Globe für "Inglourious Basterds" gewonnen. Auch Tarantino durfte sich bedanken, er wurde als Autor für das Drehbuch von "Django Unchained" geehrt.

Hugh Jackman und Adele

Anders als bei den Oscars gibt es bei den Golden Globes die Unterscheidung zwischen Drama und Musical/Komödie. Tom Hoopers Monumental-Musical "Les Misérables" gewann drei Trophäen: für das beste Musical, für Hauptdarsteller Hugh Jackman und für die überwältigende Anne Hathaway in einer Nebenrolle.

Überwältigt war auch Adele, die für den James-Bond-Song "Skyfall" eine goldene Weltkugel überreicht bekam. Der Preis für den besten Animationsfilm ging schließlich an "Merida", Disneys Schotten-Mädchenpower-Märchen.

Die Filmpreise Golden Globes vom Verband der Auslandspresse (HFPA) wurden in der Nacht zum Montag zum 70. Mal verliehen. Erstmals moderierten die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler die Gala. Das forsche Duo hat den für seinen ätzenden Humor berüchtigten britischen Comedian Ricky Gervais nach drei Auftritten abgelöst.

sal/DPA / DPA