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Trend: Knallbunte Potpourris aus Indien

Die wundersame Vereinigung von Abend- und Morgenland: Indien ist derzeit überall, in den Charts, in der Mode, und die Filme aus Bollywood schwappen auch gerade herüber.

So muss es wohl sein. Ganz am Anfang, wenn etwas Neues entsteht. Die weißen Clubkids konnten mit dem Dhol-Getrommel, den Sitar-Klängen, dem Gerappe auf Punjabi und Englisch nichts anfangen. Zu exotisch für westliche Ohren. Den braunhäutigen Einwandererkindern war die Mischung aus nordindischer Bhangra-Musik und HipHop wiederum zu modern. "Du musst traditionell bleiben, da dürfen keine anderen Instrumente dazukommen", erinnert sich der Musiker Panjabi MC an das damalige Gemaule über seinen Song "Mundian To Bach Ke" und grinst sich eins. Und zwar zu Recht, denn seine flotte Tanznummer hat dann doch europaweit die Hitparaden geentert. Bei uns stieß sie bis auf Platz zwei vor.

Ein phänomenaler und unerwarteter Erfolg eines Songs, der fast fünf Jahre alt ist und übersetzt etwa "Nimm dich in Acht vor den Jungs!" bedeutet. Dabei hat der im englischen Coventry geborene Panjabi MC nur ein bewährtes Weltmusik-Rezept befolgt. Man nehme reichlich fremdländische Zutaten und eine Prise Vertrautes, in seinem Fall die funkige Basslinie aus der TV-Serie "Knight Rider". Schon lauscht auch der Rest der Welt und ist verzückt ob dieses Zusammenpralls der Kulturen.

Vereinigung von Abend- und Morgenland

Die wundersame Vereinigung von Abend- und Morgenland, den Run auf alles, was auch nur halbwegs an das Land der heiligen Kühe erinnert, erlebten die Briten schon im vergangenen Sommer. Plötzlich prägten seidene Saris, Asia-Schlappen mit aufgezogenen Perlen, Baumwollhemden, weite Streifenhosen und glänzend bedruckte Einkaufstaschen das Londoner Straßenbild. Das Kaufhaus Selfridges dekorierte ganze Abteilungen wie bei Maharadschas. In den Kinos rangen der Oscar-nominierte Kricket-Film "Lagaan", das Hochzeitsspektakel "Monsoon Wedding" und das Mädchenfußball-Märchen "Kick it like Beckham" um die Zuschauergunst. Und, gleich nebenan im Westend, strömten Tausende in Andrew Lloyd Webbers Musical "Bombay Dreams".

Mit untypisch deutscher Verspätung eröffnen die Inder nun auch hierzulande ein kulturelles Generalkonsulat. Das Album zur Hitsingle von Panjabi MC erscheint zwar erst am 26. Mai. Bereits ab 23. April gehen aber die politisch aktiven Techno-HipHopper der Asian Dub Foundation auf Deutschlandtour.

Und diese Woche startet "Sometimes Happy, Sometimes Sad", der erste offiziell deutsch untertitelte Bollywood-Film. Ein Dreieinhalb-Stunden-Monster mit den typischen Versatzstücken der größten Filmindustrie der Welt. Ein knallbuntes Potpourri aus Familiendrama, Musical und Tanzrevue, üppig ausgestattet und vor bizarren Kulissen, unter anderem den Pyramiden. Überschwänglich, herzzerreißend, ein überzuckerter Schmalzkringel für die Augen.

Anfang Juni folgt dann die leichter verdauliche Komödie "Bollywood/Hollywood", die aus der Sicht kanadischer Inder das Genre gekonnt persifliert, aber immer noch genug Zeit für Gesang- und Tanzeinlagen findet. Und im Phaidon Verlag ist der Band "Bollywood Dreams" erschienen, in dem der israelische Fotograf Jonathan Torgovnik hinter die Kulissen des Bollywood-Kinos blickt und dessen Allgegenwärtigkeit im Alltag dokumentiert (ab 22. April im Handel, Phaidon, 120 Seiten, 39,95 Euro).

Die Filialen von H&M oder Zara haben bereits die adäquaten Klamotten für junge Nachwuchs-Shivas und -Krishnas im Sortiment. Die großen Designer haben es vorgemacht: In den Sommerkollektionen von Tom Ford für Gucci, John Galliano für Dior, Gianfranco Ferré, Miu Miu oder Roberto Cavalli sieht man schillernde Drucke und Stickereien, Obi-Gürtel, Satinstoffe, Wickelkleider, Pailletten und Glitzer. "Oriental" nennt sich das, und dazu passen dann japanische Kimonos oder chinesische Drachenmotive. Hauptsache, Fernost. Daheim machen sich Räucherstäbchen, blumenbehängte Buddha-Statuetten oder mit Mini-Spiegeln besetzte Kissen ebenfalls ausgezeichnet.

Für Indien-Aficionados gibt es selbstverständlich auch die richtige Abendbeschäftigung. Von "Munich Masala" über "Bollywood Masti" in Darmstadt, "Desi Dreams" in Krefeld bis zum Hamburger "Bombay Mix" oder "Bhaisakhi - indischer Frühling", angeblich Berlins größter Punjabi Bhangra Party: Wer hip sein will, bewegt sich zur neuen indischen Welle. Und wer lieber zu Hause bleibt, legt sich eben einen der vielen Indien-Sampler zu, zum Beispiel die inzwischen fünfteilige "Buddha Bar"-Reihe oder "Bombay Beats", "Indian Summer", "Asia Lounge".

Woher der Hype?

Warum ist Indien so angesagt? Der Mannheimer Trendforscher und Sozialpsychologe Carlo Michael Sommer verweist auf den reichen kulturellen Fundus des Subkontinents, fremdartig und vertraut zugleich, aus dem sich jeder Westler individuell bedienen könne. Emotional funktioniere das ähnlich wie beim Schlager-Revival, meint Sommer: "Wir dürfen mitweinen und Gefühle entwickeln, aber dabei das Ganze doch ironisch betrachten." Authentizität werde eher klein geschrieben, Bollywood & Co. seien längst eine "Folklore zweiten Grades", in der die Moderne schon verwoben sei.

Vor allem im Trend-Mutterland Großbritannien treibt die Verwestlichung skurrile Blüten. Vor kurzem erschien dort "Indobrit", das erste Lifestyle-Magazin für "South Asians", die sich laut Editorial mit den "kolonialen Unterdrückern" seit 500 Jahren Leben, Bett und Arbeit teilten. Am Obersten Gerichtshof leitete derweil Rabinder Singh als erster Richter ein Strafverfahren mit dem Turban auf dem Kopf. Statt der üblichen weißen Perücke.

Dass die Begegnung mit dem echten Indien durchaus schwierig sein kann, erfuhr der Musiker Panjabi MC, als er ins Land seiner Ahnen reiste, um dort Sänger für seine Songs aufzunehmen. Das stark gewürzte Essen bereitete ihm die gleichen Probleme wie einfachen Touristen: "Ich wurde erst mal krank und kotzte."

Matthias Schmidt
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(