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Silvester: Raketen-Raumschiffe, weiße Ballons, Böllerverbot: Milliarden begrüßen 2017

Riesenfeuerwerk in Sydney, Lichterstern über Auckland, Silvester in Fernost: Für mehr als 1,5 Milliarden Menschen hat 2017 bereits begonnen. Europäische Metropolen wie London, Paris und Berlin trafen starke Sicherheitsvorkehrungen für die Feiern.

Das Silvesterfeuerwerk erhellt den Himmel über dem Hafen von Sydney

Ein spektakuläres Silvesterfeuerwerk erhellt den Himmel über dem Hafen von Sydney. Die Australier rutschten schon am Nachmittag unserer Zeit ins neu Jahr.

Milliarden Menschen weltweit sind ins neue Jahr gestartet. Im Pazifik-Raum, in Fernost und Indien begrüßten die Feiernden lange vor uns 2017. Um 14 Uhr deutscher Zeit erlebten allein im Hafen von Sydney mehr als eine Million Zuschauer ein gigantisches Feuerwerk. Über dem berühmten Opernhaus in der australischen Metropole flogen bei sommerlichen Temperaturen zwölf Minuten lang Raketen in den Nachthimmel; einige bildeten zu den Klängen des Songs "Space Oddity" des verstorbenen Popstars David Bowie Raketen-Raumschiffe.

Als Allererste hatten die Menschen auf Samoa und anderen pazifischen Inseln das neue Jahr begrüßt. Punkt 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) begann dort 2017. Genau zwölf Stunden vor der deutschen Mitternacht startete dann Neuseeland ins neue Jahr. In der größten Stadt Auckland wurde ein Feuerwerk vom mehr als 300 Meter hohen Sky Tower abgeschossen, das sich wie ein bunt glitzernder Stern von der Spitze aus in den Himmel ausbreitete.

In China fliegen erst in vier Wochen die Raketen

In Tokio ließen die Menschen Punkt Mitternacht (Ortszeit) Hunderte weiße Ballons in die Luft steigen. In den buddhistischen Tempeln in ganz Japan läuteten die Glocken genau 108 Mal, um die Menschen von einer der 108 irdische Begierden zu befreien. In den ersten drei Tagen des neuen Jahres werden bis zu 100 Millionen Besucher in den Tempeln erwartet, um für Glück und Gesundheit zu beten.

Für die mehr 1,3 Milliarden Einwohner Chinas - des bevölkerungsreichsten Landes der Erde - begann das neue Jahr gleichzeitig (um 17 Uhr MEZ); das Riesenreich hat nur eine einzige Zeitzone. In den großen Städten des Landes gab es in diesem Jahr keine offiziellen Feiern zu Silvester. Der 1. Januar ist zwar auch in der Volksrepublik ein Feiertag, nach dem traditionellen Mondkalender der Chinesen beginnt das neue Jahr aber erst gut einen Monat später. Diesmal wird das Jahr des Affen am 28. Januar durch das Jahr des Hahns abgelöst - und dann wird tagelang mit Feuerwerk gefeiert. Silvester hingegen feiern meist nur junge Leute in den Großstädten. Allerdings richtete die Sonderverwaltungszone Hongkong ein spektakuläres Feuerwerk zum Jahreswechsel 2016/2017 aus.

Trauerzeit und Bollywood-Partys

In Thailand sind in diesem Jahr Feuerwerke zur Begrüßung des neuen Jahres verboten worden, nachdem die Regierung wegen des Tods von König Bhumibol Adulyadej im Oktober eine einjährige Trauerzeit ausgerufen hatte.

In vielen Städten Indiens wie Neu Delhi und Bangalore strömten die Menschen zu Partys im Stile von Bollywood-Filmen. In Mumbai wurden Tausende an bekannten Orten wie dem Gateway of India zu Silvesterfeiern unter freiem Himmel erwartet. Aus Sorge um Terrorattacken herrschten vielerorts strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Gesperrte Brücken und Böllerverbote

Ähnliches galt für viele europäische Metropolen: In London fuhren erstmals bewaffnete Sicherheitskräfte auch in Zügen und U-Bahnen mit. Barrikaden und Fahrverbote in der Innenstadt sollten verhindern, dass sich Anschläge mit Lastwagen wie in Nizza oder Berlin wiederholen, teilte Scotland Yard mit. So seien fünf der wichtigsten Brücken in London gesperrt. Wie im vergangenen Jahr seien wieder rund 3000 Polizisten im Zentrum im Einsatz.

In Paris sollten Betonblöcke die hunderttausende Feiernden auf den Champs-Élysées vor einem Anschlag schützen. Im ganzen Land sind am Jahreswechsel-Wochenende mehr als 96.000 Sicherheitskräfte im Dienst. Nachdem der Jahreswechsel in Paris im vergangenen Jahr - nur wenige Wochen nach den Terroranschlägen vom 13. November - in etwas gedämpfter Atmosphäre begangen wurde, wurde in diesem Jahr neben einer Lichtinstallation auch ein kleines Feuerwerk vom Dach des Triumphbogens am Ende der Champs-Élysées aus eingeplant.

Auch in Italien ist man auf der Hut, nachdem vor wenigen Tagen nahe Mailand der mutmaßliche Attentäter von Berlin erschossen wurde. In Rom und anderen großen Städten des Landes galten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem in Turin, Bologna und Venedig galt Medienberichten zufolge ein Böllerverbot.

Starke Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Städten

In zahlreichen deutschen Großstädten wurden die Silvesterfeiern ebenfalls von starken Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen in der vergangenen Silvesternacht beispielsweise in Köln und dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin hatten die Sicherheitsbehörden ein besonders wachsames Auge auf den Jahreswechsel.

In Köln sollten allein in der Innenstadt rund 1500 Polizeibeamte im Einsatz sein, etwa zehnmal so viele Beamte wie vor einem Jahr. Bei Störungen wollten die Beamten konsequent einschreiten, rund um den Dom war "böllerfreie Zone". "Die Einsatzkräfte sind sehr gut vorbereitet in die gesamte Einsatzlage hinein gegangen", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies nach Einbruch der Dunkelheit.

Deutschlands größte Silvesterfeier vor dem Brandenburger Tor in der Hauptstadt wurde zusätzlich mit Betonpollern oder anderen Sperren gegen mögliche Angriffe mit Fahrzeugen gesichert. Bereits etliche Stunden vor dem Jahreswechsel begann der Einlass auf die Partymeile mit scharfen Kontrollen; Böller wurden dort verboten. Rund 1700 Polizisten sollten auf der Partymeile im Einsatz sein um die etwa eine Million erwarteten Gäste zu schützen. Bereits viele Stunden vor dem Start des Hauptprogramms (20.15 Uhr) strömten etliche Gäste bei Sonnenschein und trockenem Winterwetter auf das Gelände. Bis kurz vor dem Start der Show war allerdings noch Platz auf der Party am Brandenburger Tor. 

In Hamburg setzten die Behörden auf mehr Polizei und eine Ausweitung der Videoüberwachung. Beliebte Feier-Treffpunkte wie die Landungsbrücken oder der Jungfernstieg wurden zusätzlich mit Betonelementen oder Fahrbahnsperrungen geschützt.

mad / DPA