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Silvester: "Bombe, Bombe"-Ruf: Mann am Brandenburger Tor festgenommen

Auf diesen Zwischenfall hätten die umstehenden Partygäste und die Polizei sicher gern verzichtet: Bei der Silvesterfeier am Brandenburger Tor hat ein Mann plötzlich "Bombe" gerufen - und muss nun die Konsequenzen tragen.

Polizisten sichern die Festmeile vor dem Brandenburger Tor

Polizisten sichern die Festmeile vor dem Brandenburger Tor. Nach dem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt wurden die Sicherheitsmaßnahmen auf Deutschlands größte Silvesterparty deutlich verschärft.

Das fand die Berliner Polizei nicht lustig: Ein Mann hat nach Angaben der Einsatzkräfte auf Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor "Bombe, Bombe, Bombe" gerufen. Er wurde festgenommen und bekommt eine Anzeige. "Er feiert nun #Welcome 2017 bei uns", twitterte die Polizei am Samstag über den Unruhestifter. Sonst wurden bis zum Abend keine größeren Zwischenfälle gemeldet.

Die Feier in der Bundeshauptstadt wird nach dem Terroranschlag in Berlin von starken Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Böller sind dort verboten. 

Erste Böller-Opfer in Berliner Krankenhäusern

Andernorts in Berlin wurde dagegen schon weit vor dem Jahreswechsel kräftig geknallt - mit verheerenden Folgen: Das Berliner Unfallkrankenhaus, das auf Verletzungen mit Böllern spezialisiert ist, nahm bis zum Samstagmorgen bereits vier Menschen mit schweren Verletzungen auf, darunter ein Kind. In allen Fällen hätten sich die Patienten entweder Körperteile abgesprengt oder durch Feuerwerkskörper so schwer verletzt, dass sie amputiert werden mussten, sagte eine Sprecherin der Klinik.

In einem weiteren Fall büßte ein 28-Jähriger in der Nacht zu Samstag zwei Finger ein. Der nicht zugelassene Feuerwerkskörper, den der Mann am geöffneten Schlafzimmerfenster gezündet habe, sei sofort explodiert, teilte die Polizei mit. Die Wucht der Explosion ließ außerdem die Fensterscheibe bersten. Die herumfliegenden Scherben fügten dem Mann zusätzlich Schnittwunden zu. Er kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. In der Wohnung stellten Polizisten weitere Böller sicher.


220 illegale Böller sichergestellt

Gleich 220 illegale Böller sowie mehrere Schreckschusswaffen und 2500 Schuss Munition stellte die Polizei am Freitagabend in einer anderen Wohnung sicher. Von dem Balkon der Wohnung aus waren zuvor Schüsse abgefeuert worden, Anwohner hatten daraufhin die Polizei gerufen. Die ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz gegen den 54-jährigen Mieter der Wohnung.

Polizei und Zoll warnen seit Jahren vor den Gefahren illegaler Böller. Unbeirrbare besorgen sich trotzdem in jedem Jahr das gefährliche Feuerwerk, das meist aus Osteuropa eingeschmuggelt wird.

Ein Feuerwehrmann zeigt kurz vor Silvester ein Handmodel, in dem ein legaler Böller gezündet wurde

Ein Feuerwehrmann zeigt kurz vor Silvester bei einem Pressetermin der Berliner Feuerwehr ein Handmodel, in dem ein legaler Böller gezündet wurde. Genützt hat die Aufklärung wenig: Bereits am Nachmittag wurden mehrere Böller-Geschädigte in Berliner Krankenhäusern eingeliefert.

mad/che / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?