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Unausgegorener Genre-Mix "Knight and Day" Mit Cruise und Diaz einmal um die Welt


Ein charmanter Agent flüchtet mit einer Automechanikerin rund um den Erdball. James Mangolds Actionkomödie klingt konstruiert - und fühlt sich leider auch so an.

Wichita in Kansas ist nicht gerade der attraktivste Schauplatz für eine aufwendige Kinoproduktion mit zwei Superstars wie Tom Cruise und Cameron Diaz. Aber in Wichita beginnt ja auch nur die Handlung der amerikanischen Actionkomödie "Knight and Day", die seit dem 22. Juli auf deutschen Leinwänden zu sehen ist. Inszeniert hat den 110-minütigen Film der Regisseur James Mangold, der 2005 mit "Walk the Line", der Leinwandbiografie des Sängers Johnny Cash seine bislang größten internationalen Erfolg feierte.

Den wird Mangold mit seinem neuen Streifen trotz der beiden prominenten Hauptdarsteller nicht wiederholen können. Dazu wirkt die Geschichte des geheimnisvollen Agenten Roy Miller, ziemlich eitel dargestellt von Cruise, und der attraktiven June Havens, gespielt von der wie immer sehr präsent wirkenden Cameron Diaz, zu sehr ausgedacht und deshalb unglaubwürdig. Gerade weil "Knight and Day" bestens das Massenpublikum bedienen will, um der Kassenschlager zu werden, auf den gerade Tom Cruise nun schon einige Jahre wartet, funktioniert der Film nicht richtig.

Denn für einen knallharten Actionreißer ist das Geschehen zu unernst, für eine Komödie, die auch als solche gelten kann, wird auf der Leinwand zu viel herumgeballert. Gleich am Anfang, wenn sich Roy und June an Bord eines Flugzeugs mit finsteren Passagieren befinden, erledigt der smarte Agent alle Feinde mit spielerischer Leichtigkeit, macht auch noch die gleichfalls böse Absichten hegenden Piloten unschädlich und legt zum guten Schluss kaltblütig eine perfekte Notlandung in einem der endlosen Maisfelder von Indiana hin. Aber wer hätte schon erwartet, dass nach 20 Minuten Laufzeit Cruise und Diaz keine Rettung gelingen würde?

Die beiden Superstars sind rasante Fahrer

Während der ganzen Zeit, in der Roy einen nach dem anderen seiner Feinde ins Jenseits befördert, steht June in der Bordtoilette und macht sich schön für den Mann, dem sie erst kurz zuvor auf dem Flughafen von Wichita begegnet ist. Wie Cameron Diaz eine Frau darstellt, die dabei auf Anhieb Feuer fängt, ist nett zu sehen, aber nicht wirklich überzeugend. Denn die Schauspielerin strahlt wesentlich mehr Sex und Selbstsicherheit aus als ihr Partner. Bei Tom Cruise wirkt das coole männliche Überlegenheitsgetue immer etwas aufgesetzt. Zu deutlich spielt da einer eine Rolle, bei der makellose Zähne und gutes Aussehen fehlendes Charisma nicht ersetzen können.

Immerhin überzeugt Cruise einmal mehr mit seinen bekannten Qualitäten als Motorradfahrer. In einer der spektakulärsten Szenen des Films, die im spanischen Cadiz gedreht wurde, bewegt sich Cruise mit Diaz auf einem roten Feuerstuhl durch eine Herde in Panik geratener Stiere und Menschen. Beide Schauspieler sollen hierbei auf Stuntmen verzichtet haben, das ist erstaunlich genug. Die Millionen-Gagen für Hollywoods Superstars sind also nicht ungefährlich verdientes Geld. In einer anderen Action-Szene, die in Boston spielt, zeigt Diaz, wie rasant sie Auto fahren kann.

Mit erlesenen Schauplätzen in Jamaika, Spanien, Österreich und den USA wandelt der Film aufwendig, aber etwas zu auffällig auf den Spuren der Kinoabenteuer von "007 James Bond". Regisseur Mangold gibt auch unumwunden zu: "Der Film sollte schön und glamourös sein und das Gefühl eines stürmischen Trips um die Welt vermitteln." Doch auch all die sehenswerten Schauplätze können nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Knight and Day" zu viele dramatische und logische Leerstellen hat und weder wirklich spannend noch sonderlich witzig ist.

APN/DPA DPA

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