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Stefan Gwildis: "Einfach mal abbiegen"

Bei seiner Stimme kriegt so manche Frau weiche Knie. Auch Stefan Gwildis' neue CD "Heut ist der Tag" lebt von seinem beseelten Gesang. Im Interview mit stern.de spricht der Sänger über Kartoffeln, Schuluniformen und Bösewichte.

Auf Ihrer Homepage - Entschuldigung, Heimseite - schreiben Sie "lebendig" statt "live", aus "unplugged" wird "anplackt". Warum mögen Sie kein Englisch?

Ich finde die englische Sprache super. Sie hat eine schöne Melodie und ist toll singbar. Ich bin aber auch dafür, mit der eigenen Sprache spielerisch umzugehen. Insofern freue ich mir manchmal ein Loch in den Bauch, wenn ich Worte aufbreche, die sich "eingeenglischt" haben. Bei uns heißt "Backstage" zum Beispiel "Hinterbühne".

So sind Sie ja auch bekannt geworden, indem Sie deutsche Versionen von Soulklassikern vertont haben. Auf ihrem dritten Album "Heute ist der Tag" überwiegen zum ersten Mal die eigenen Stücke. Warum trauen Sie sich das erst jetzt?

Das hat nichts mit Trauen zu tun. Ich glaube an den Satz "Nur der Wandel hat Bestand". Ich mag es, einfach mal abzubiegen. Aber ich führe trotzdem das fort, was es auch auf den ersten beiden Alben gegeben hat.

"Ich bin da" heißt eins der neuen Lieder. Für wen sind Sie immer da?

Ich wünschte, ich könnte das zu meinem Bruder sagen, der Alkoholiker war und vor ein paar Jahren gestorben ist. Ich sage es zu meinem Freund Michy Reincke. Mit ihm habe ich viele Texte geschrieben. Es ist wichtig zu wissen, dass man auf dieser großen weiten Welt nicht alleine ist. Es kommt nur darauf an, die anderen zu finden. Ich selbst bin ein bequemer Mensch. Ich niste mich gerne in meiner eigenen Soße ein. Aber ich merke auch, wie unzufrieden ich werde, wenn nichts Neues kommt.

Immer etwas Neues - das scheint typisch für Ihr Leben zu sein. Sie haben schon als Weihnachtsmann und Sonnenbankaufsteller gearbeitet.

Ich habe das Glück, viele Zufälle auf meinem Weg wahrgenommen zu haben. Oft habe ich festgestellt: Alles, was passiert, hat einen tieferen Sinn.

Und jetzt werden Sie auch noch Schauspieler. Am 21. Januar geben Sie im Bremer Tatort "Schwelbrand" den Konzertveranstalter.

Das war nur eine kleine Rolle. Aber natürlich ist das eine große Ehre, da überhaupt mitzumachen. Das wird das Sprungbrett für eine große internationale Karriere (lacht). Wenn man mich fragen würde: Einen Bösewicht wie Gert Fröbe in "Goldfinger" würde ich gerne mal spielen. Ich glaube nur, man wird mich nicht fragen.

Bei welchem Angebot würden Sie Nein sagen?

Bei Werbung bin ich ein Kauz. Ich hab da nicht so richtig Lust drauf. Ich finde, als Künstler hast du für das einzustehen, was du selbst entwickelst. Mir wurde einmal angeboten, für einen Schokoriegel zu singen. Das habe ich abgelehnt. Hinterher hab ich mich kurz schwarz geärgert, weil es eine Megaknete gegeben hätte.

Dazu gehört Respekt vor sich selbst.

Ja. Es ist wichtig davon auszugehen, dass ich einzigartig bin. Das gilt für jeden Menschen. Manche müssen das in teuren Therapiestunden herausfinden, weil sie irgendetwas hinterher hecheln. Wichtig ist eine Balance zwischen Sein und Haben. Das fängt ja schon bei den Kindern an: Eine normale Schulausrüstung für einen Siebtklässler liegt bei 300 bis 400 Euro. Was soll das? Ich ertappe mich dabei, ein leidenschaftlicher Verfechter von Schuluniformen zu werden. Tragt einfache Mao-Klamotten, wenn ihr in die Schule geht und seht zu, dass ihr euren Krieg woanders führt!

Gönnen Sie sich mit dem Erfolg trotzdem mehr?

Ja, beim Essen. Wenn ich vor ein paar Jahren meine wenige Knete zu Aldi getragen habe, dann wusste ich, dass bei 30 Mark Schluss ist. Heute hau ich den Korb voll.

<Aber Sie kaufen trotzdem noch bei Aldi ein.

Natürlich. Ansonsten bin ich ein großer Fan von Biohöfen. Die haben echt noch die geile deutsche Kartoffel. Ich habe vor 13 Jahren aufgehört zu rauchen und ich bin da wirklich dankbar drüber, weil ich mehr schmecke. Ich kriege die verschiedensten Aromen mit. Auch bei Äpfeln! Da gibt es hier in Norddeutschland eine Vielfalt, das ist großartig!

Offensichtlich mögen Sie nicht nur die norddeutschen Äpfel, sondern auch Ihre Heimatstadt Hamburg. Immer wieder taucht sie in Ihren Songs auf. Könnten Sie auch woanders Musik machen?

Bei einem Angebot zum Beispiel in Stuttgart zu arbeiten, würde ich hier bleiben. Ich bin sehr verbunden mit der Stadt und mit den Menschen. In unserer Familie waren viele Handwerker, die immer im Hafen gearbeitet haben. Mein Großvater ist Getreidekontrolleur gewesen und der andere Tischler. Insofern spielt Hamburg eine Riesenrolle mit all seinen Impressionen, mit der Anbindung an die große weite Welt. Mir würde es sehr schwer fallen, weniger patriotisch zu sein.

Trotzdem sind Sie vor "Heut ist der Tag" in Italien in Klausur gegangen. Brauchen Sie doch manchmal den blauen Himmel?

Der Hauptgrund war eher die Abgeschiedenheit. Ich bin ein Fan von Schmuddelwetter. Ich glaube übrigens, das hat viel mit Humor zu tun. Der beste Humor kommt schließlich aus dem Land mit dem schlechtesten Wetter, aus England. Über Monty Pythons Flying Circus oder Charlie Chaplin kann ich lachen.

Sie haben eine Profi-Werkzeug-Kollektion zu Hause. Aber irgendwie kommen Sie nie richtig zum Heimwerken, wie Sie im Lied "Geht klar" singen. Was steht denn eigentlich als nächstes auf ihrer To-Do-, oder vielmehr: Zu-Tun-Liste?

Das nächste ist ein Weihnachtsgeschenk für meine Süße. Ich wollte ihr einen Garderobenständer basteln, hab aber bislang nur die Haken dafür.

Interview: Inga Leister

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.