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Zehn Abschiedskonzerte: Michael Jackson sagt: "Das war's"

Seit acht Jahren hat der Mann kein Konzert mehr durchgestanden, zuletzt nicht einmal mehr einen einzigen Song. Dennoch wird Michael Jackson noch einmal auf die Bühne zurückkehren - für zehn Konzerte in London. Die Fans bejubeln das Comeback, das auch ein Abschied sein wird.

Nach achtjähriger Bühnenpause startet Michael Jackson ein Mega-Comeback: Der einstige "King of Pop" kündigte am Donnerstag in London eine Reihe von Konzerten an. Tausende Fans, die sich in der Londoner O2-Arena versammelt hatten, wo Jackson auch auftreten will, jubelten ihrem Idol zu. Der Sänger, der seit Jahren in Finanznöten steckt und mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hat, sagte nicht genau, wie viele Auftritte er plant. Postern war allerdings zu entnehmen, dass mit zehn Shows zu rechnen ist.

Es wird erwartet, dass die Konzerte schnell ausverkauft sein werden - trotz der Sorge, dass der 50-Jährige überhaupt keine Lust für eine Rückkehr ins grelle Scheinwerferlicht mehr haben könnte. Jacksons letzter Comeback-Versuch war inmitten von Berichten über gesundheitliche Probleme und Ärger mit der Justiz im Sande verlaufen. Nach der Konzertreihe werde er sich endgültig von der Bühne zurückziehen, erklärte Jackson, der ein schwarzes Jackett im Military Style mit silberner Stickerei trug und seine charakteristische Sonnenbrille trug. "Das war’s. Das war’s", sagte er unter dem Jubel der Fans. "Das werden meine letzten Shows, Auftritte, in London sein. Das war’s. Und wenn ich sage, das war’s, dann meine ich das. Dann fällt der letzte Vorhang."

Vorverkauf ab Mitte März via Internet

"Ich werde nur die Songs aufführen, die meine Fans hören wollen", sagte Jackson in seiner nur rund zweiminütigen Ankündigung. "Ich sehe Euch im Juli, und ich liebe Euch alle, tue ich wirklich, von der Tiefe meines Herzens." Die Veranstalter kündigten zunächst zehn Konzerte ab dem 8. Juli an. Karten gibt es für umgerechnet 56, 73 und 84 Euro. Der Verkauf startet am 13. März auf der Internetseite www.michaeljacksonlive.com.

Jackson hat seit 2001 kein komplettes Konzert mehr gespielt, zuletzt trat er 2006 bei den World Music Awards live auf. Dort sollte der Sänger eigentlich die Benefiz-Hymne "We Are The World" vortragen, er kam aber über die ersten Zeilen nicht hinaus und verließ die Bühne. Überhaupt hatte sich der einstige "King of Pop" seit seinem Freispruch vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs in Kalifornien 2005 kaum noch in der Öffentlichkeit gezeigt.

Klage gegen Auktion von Memorabilien

Einen Tag vor der Comeback-Ankündigung hatte Jacksons Firme MJJ Productions in Los Angeles Klage gegen Julien’s Auction House ein, um die Versteigerung von tausenden privaten Memorabilien des Popstars zu verhindern. Darin heißt es, der Auktionär Darren Julien habe Jackson versprochen, eine Liste der Objekte zu erstellen, die unter den Hammer kommen sollten. Der Sänger habe aber nicht zugestimmt, alle Gegenstände aus seinem Privatbesitz zu versteigern. Viele Dinge seien "unbezahlbar und unersetzlich", heißt es in der Klageschrift. Der Versuch, sie zu versteigern, sei "bösartig, arglistig, empörend und ohne jede rechtliche Grundlage". Julien’s Auction House sei zwar befugt gewesen, die Objekte aus Jacksons Neverland Ranch zu entfernen. Damit sei aber keine Zustimmung zur uneingeschränkten Versteigerung verbunden gewesen, hieß es weiter.

Das Auktionshaus zeigte sich völlig überrascht über die Klage. Jackson sei über die Pläne des Unternehmens von Anfang an informiert gewesen und habe bislang keinerlei Widerstand angemeldet. Juliens Firma hatte schon im Dezember angekündigt, sie werde im April mehr als 2000 Memorabilien von Jackson versteigern. Darunter befinden sich der American Music Award für "Thriller", ein Samtumhang, den Jackson 1998 zum Vatertag von seinen Kindern bekam, und ein Basketball mit einem Autogramm von Michael Jordan. Weiter sollten Platin- und Gold-Platten, eine umgebaute Harley Davidson, ein Rolls Royce sowie Kunst von Jackson versteigert werden. "Als wir diese Dinge abgeholt haben, gab es keine andere Absicht dahinter, als sie zu verkaufen", betonte Julien.

AP/DPA / AP / DPA
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