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TV-Tipp 4.11.: "Dead Snow": Seit 5.45 Uhr wird zurückgebissen!

Sie wollten nur Urlaub in den Bergen machen und werden plötzlich von Nazi-Zombies gejagt. "Dead Snow" kommt garantiert ohne gesellschaftspolitischen Auftrag daher. Unser TV-Tipp des Tages.

Manche Urlaubsbekanntschaften hätte man besser vermieden.

Manche Urlaubsbekanntschaften hätte man besser vermieden.

"Dead Snow" 0.40 Uhr, Tele 5
ZOMBIESPLATTER "Wir werden hier von etwas angegriffen, das ich auf den ersten Blick als untote Deutsche aus dem Zweiten Weltkrieg beschreiben würde - und wir haben aus Versehen die Hütte angezündet." Es ist offensichtlich: Roy und Martin haben ein Problem. Dummerweise ist es ein Problem von jener Sorte, das Menschen dazu verleitet, schnell wieder den Telefonhörer aufzulegen und nicht etwa die Polizei, die Nationalgarde oder Rick Grimes zu Hilfe zu rufen. So müssen die beiden Medizinstudenten nun eben alleine in der verschneiten norwegischen Bergwelt gegen einen Haufen Nazi-Zombies kämpfen.

Nazis sind böse. Zombies sind böse. Warum also nicht beides kombinieren und die bösesten Endgegner ever erschaffen? So ungefähr muss die Rechnung von Regisseur Tommy Wirkola ("Hänsel & Gretel: Hexenjäger") ausgesehen haben, der ganz offensichtlich einen Heidenspaß beim Dreh dieses kleinen Splattermovies hatte. Auf dem Weg zum großen Splatterfest hakt Wirkola wohl jedes Klischee ab, das in einem (guten) Film über Untote zu finden ist - und dreht es mitunter in ungewohnte Bahnen.

Neu ist die Idee freilich nicht: In "Zombie Lake" (1981) terrorisierten untote Nazis ein französisches Dorf, in "Show Waves" (1977, mit Peter Cushing!) gingen zombifizierte SS-Kampfsoldaten (halb Mensch, halb Roboter) auf einer Karibikinsel auf die Jagd. Wer auf Splatter und absurden Humor steht, wird an "Dead Snow" trotzdem seine Freude haben. In seinen besten Momenten erinnert der Film an alte Troma-Klassiker wie "Cannibal - The Musical" (Anschauen!) oder an Peter Jacksons "Braindead" (der mit dem Rasenmäher), der Rest ist mindestens unterhaltsam.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Das Leben der Anderen"
22.45 Uhr, ARD
DRAMA Das Oscar-gekrönte Drama über die Gewissensnöte eines Stasioffiziers (Ulrich Mühe) protokolliert die Gesinnungsschnüffelei in der DDR. Mit seinem Debüt hinterließ Florian Henckel von Donnersmarck große Fußstapfen. Seitdem passt er selbst nicht mehr rein. (bis 0.55)

"La Mala Educación"
23.15 Uhr, WDR

DRAMA Klosterschüler Ignacio (Gael García Bernal) will sich mit seinem ehemaligen Schulfreund Enrique an dem lüsternen Pater Manolo rächen. – Sex, Schuld und Lügen: Pedro Almodóvars erotisches Puzzle aus dem Jahr 2004 geht weit über ein Missbrauchsdrama hinaus. (bis 1.00)

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