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"Devious Maids" bei Pro Sieben: Mord, Intrigen und Wischmopp

Endlich wird gezeigt, wie sexy und böse Putzfrauen sein können. Der ewige Kampf zwischen Personal und Hausherren wird auf Pro 7 mit reichlich Bosheit und atemraubenden Kurven geführt.

In "Devious Maids" wird gelästert und intrigiert

In "Devious Maids" wird gelästert und intrigiert

Devious Maids ist keine Serie wie "True Detectives" oder "House of Cads", die von der Kritik heißgeliebt werden und im deutschen Free TV auf irgendeinem Spartensender kurz vor Mitternacht verbraten werden. "Devious Maids" ist etwas simpler, weniger verstörend aber ungemein unterhaltsam. Hier geht es um vier Latinas, die Beverly Hills aus der Hausmädchen-Perspektive erleben. Ihre verrückten weißen Arbeitgeber können die vier Vorzeige-Latinas nur durch eine große Portion Hinterlist aushalten. Diese Maids sind keine tiefgreifende Charakterstudie, es ist eine gut geölte Typenkomödie, die ihre Besonderheit aus dem Blickwinkel zwischen Wischmopp und Hausmädchentratsch erreicht. Alle vier Hausangestellten sehen natürlich atemraubend aus und verkörpern jeweils ein eigenes Latina-Klischee. Damit sich nicht alles nur um Meister Proper, Herz und Schmerz und die verrückten Arbeitgeber dreht, wird die Staffel durch einen Mord aufgepeppt.

"Devious Maids" ist die amerikanisierte Version der mexikanischen Telenova "Ellas son la Alegría del Hoga" (Sie sind die Freude des Heims). Nach dem Ende des Dauerbrenners "Desperate Housewives" hat Serienautor Marc Cherry mit Housewives-Star Eva Longoria als Produzentin das Original auf US-Verhältnisse getrimmt. Marc Cherry sagte dem US-Magazin Deadline, er habe damals über die Beziehungen zwischen den reichen Besitzenden und ihrem Personal schreiben wollen. "Es arbeiten so viele Latinos hier in Beverly Hills. Und das war die Gelegenheit, zum ersten Mal fünf Hauptrollen mit Latinas zu besetzen. Ich sah die Probleme, aber ich sah auch die Chancen." Eva Longoria sorgte für etwas Realismus. Sie brachte Cherry mit Hausmädchen aus Beverly Hills und Bel Air zusammen.

Eine Welt der Frauen

Echten Witz bekommt die Serie dann auch durch die Master-and-Servant-Perspektive. Wenn eine junge Frau wie Hausmädchen Taylor stirbt ist das immer betrüblich, die eigentliche Katastrophe für die Hausherren ist es aber, dass nun niemand mehr den Schmutz, insbesondere den schmierigen Blutfleck, wegmachen kann. Und es versteht sich, dass die reichen Weißen ohne ihre schönen Hilfen vollkommen aufgeschmissen sind.

Auch wenn die Serie unverhohlen sexy ist, entwirft sie doch eine reine Frauenwelt. Männer kommen nur am Rande vor.

Devious Maids, Pro Sieben, ab dem 15.10.2014, mittwochs, jeweils Doppelfolgen, 21.15 Uhr