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TV-Tipp 20.11.: "Eine Insel namens Udo": Kurt Krömer macht auf "Garden State"

Ein wenig zu sehr um die eigene Kauzigkeit bemüht, aber lustig ist "Eine Insel namens Udo" schon. Außerdem spielt Fritzi Haberlandt mit. Und Komiker Kurt Krömer setzt auf überraschend leise Töne.

Manchmal kommen die Anleihen beim großen Vorbild "Garden State" ein wenig zu deutlich rüber: Kurt Krömer und Fritzi Haberlandt

Manchmal kommen die Anleihen beim großen Vorbild "Garden State" ein wenig zu deutlich rüber: Kurt Krömer und Fritzi Haberlandt

"Das TV-Event am Dienstag: Hannelore Elstner als Anne Frank" - TV-Ansager

"Eine Insel namens Udo" 22.10 Uhr, Einsfestival


KOMÖDIE Jedes Mal, wenn ich an einer Biertheke Getränke bestelle, frage ich mich, ob ich aus Versehen Harry Potters Unsichtbarkeitsmantel übergeworfen habe. So laut ich auch rufe, so verzweifelt ich auch mit den Armen fuchtele und Blickkontakt herzustellen versuche, die Thekenkraft bedient immer jemanden anders. Mit Bösartigkeit hat das nichts zu tun, die Leute drängeln auch nicht bewusst vor. Man nimmt mich einfach nicht wahr.

Leider handelt es sich in meinem Fall nur um selektive Unsichtbarkeit. Würde ich versuchen, unauffällig in der Nase zu popeln oder mich am Hintern zu kratzen, kriegt das ganz sicher jemand mit. Udo (Kurt Krömer) kann sich kratzen wo er will. Udo kann sogar nackig durch ein belebtes Einkaufszentrum marschieren. Denn Udo ist wirklich unsichtbar. Von Geburt an. Genetisch bedingt oder so.

Wir könnten diese Geschichte jetzt groß aufbauschen, könnten philosophieren von den Menschen, die in unserer Gesellschaft nicht gesehen werden, von der Macht der Liebe (und des Geschlechtsverkehrs), die es vermag, dass Udo endlich sichtbar für die Welt wird, aber damit würden wir dieses kleine Kom(m)ödchen auf einen viel zu hohen Sockel stellen.

"Eine Insel namens Udo" startet quirky mit einem Hauch von Melancholie (okay, die Handlung beginnt mit einem Furz), kann mit einigen pfiffigen Ideen und Fritzi Haberlandt aufwarten, bemüht sich manchmal aber zu sehr, seine Schrulligkeit zur Schau zu stellen und gleitet gegen Ende ärgerlicherweise in die Harmlosigkeit einer Standard-RomCom ab. Aber Hut ab vor Kurt Krömer, der für sein Hauptrollendebüt nicht einfach das Repertoire seiner Kunstfigur herunterrasselt, sondern einen überraschend stillen, in sich gekehrten Charakter spielt.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Matrix"
20.15 Uhr, Vox
SCI-FI Hacker Neo (Keanu Reeves) hat’s geahnt: Unsere Welt ist nur eine Computersimulation. Dahinter steht die Diktatur der Maschinen, die Rebell Morpheus (Laurence Fishburne) mit Neos Hilfe stürzen will... Stilbildendes Meisterwerk der Wachowski-Geschwister, mit vier Oscars geehrt. (bis 23.00)

"Willkommen in Hoyerswerda?"
22.35 Uhr, MDR

DOKU Anfang 2014 wird ein neues Asylbewerberheim in Hoyerswerda eröffnet. Wieder protestieren die Rechten. Doch diesmal gibt es auch Menschen, die die Flüchtlinge aus zehn Nationen als Nachbarn begrüßen wollen. Sie können Schlimmes verhindern und scheitern doch an den Umständen. (bis 23.03)

"Somewhere - Verloren in Hollywood"
23.05 Uhr, Eins Plus

DRAMA Ein ausgebrannter Hollywood-Star (Stephen Dorff) überdenkt für seine Tochter (Elle Fanning) das Leben. - Haben Stars eine Seele? Feine Beobachtung von Sofia Coppola. (bis 0.35)