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TV-Kritik

"Sing meinen Song": Er kennt seinen Vater nicht - Wincent Weiss rührt mit seiner Lebensgeschichte

Zum Auftakt der neuen Staffel von "Sing meinen Song" drehte sich alles um die Musik von Wincent Weiss. Noch bewegender als die Interpretationen seiner Lieder waren jedoch die persönlichen Geschichten aus dem Leben des Sängers.

"Sing meinen Song"

In der ersten Folge der neuen Staffel von "Sing meinen Song" drehte sich alles um die Songs von Wincent Weiss.

TV Now

Erfahrene Zuschauer der Gesangsshow wissen es schon seit Langem: Bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" geht es um weit mehr als Musik. Klar, das Singen anderer Leute Lieder füllt einen großen Teil der Sendung und gibt ihr einen festen Rahmen. Doch was die Show so besonders macht, ist etwas anderes: Unter dem Himmel Südafrikas entsteht zwischen den sieben mitgereisten Musikern zumeist eine spezielle Atmosphäre. Eine - sicher auch mithilfe von Fernsehredakteuren herbeigeführte - Magie, die bewirkt, dass die prominenten Künstler ihr Herz öffnen und über zutiefst private Dinge reden.

Zum Auftakt der neuen Staffel von "Sing meinen Song" war es Wincent Weiss, der für diese besonderen Momente zuständig war - und sie auch lieferte. Zu jedem der an dem Abend dargebotenen Lieder erzählte der 26-jährige Sänger und Songschreiber eine rührende Geschichte. So handele "Pläne", gesungen von der bislang noch unbekannten Metal-Sängerin Jennifer Haben, von der schwierigen Trennung seiner langjährigen Freundin, berichtet Weiss und spart nicht mit Details.

Bei "Sing meinen Song" dreht sich alles um Wincent Weiss

Das von Johannes Oerding interpretierte "Hier mit dir" gehe um seinen besten Freund. In "Ich tanze leise", dargeboten von Gastgeber Michael Patrick Kelly, geht es um einen Freund, der sich vor den Zug geworfen hat. Und in dem von ihm selbst vorgetragenen "1993" arbeitet Weiss das Verhältnis zu seinem Vater auf, den er nie getroffen hat. Der Song endet mit der klaren Ansage: "Ich hab eins von dir gelernt / Das geb ich gerne zu / Wenn ich mal Vater werde / werd' ich nie so sein wie du." 

Angesichts dieser emotionalen Bekenntnisse, geriet die Musik beinahe in den Hintergrund. Dabei war das Dargebotene am ersten Abend gar nicht übel und weckt die Hoffnung auf eine interessante Staffel. Die Künstler lieferten durchweg interessante Versionen. Positiv überraschte Jeanette Biedermann, die "Feuerwerk" in eine rockende, an die Neue Deutsche Welle erinnernde Nummer verwandelte. Der Song des Abends kam hingegen von dem Belgier Milow, der für seine Version von "Musik sein" erstmals in deutscher Sprache sang.

Musikalisch war da schon einiges Schönes dabei. Emotional dagegen war die Sendung bereits in der ersten Folge am Anschlag. Kein Wunder: In Wincent Weiss' Songtexten dreht sich alles nur um ihn und seine Befindlichkeiten. Nicht alle der Künstler dieser Staffel sind so selbstbezogen. In den nächsten Wochen können die Zuschauer die Taschentücher wieder wegpacken.  

Jeanette Biedermann