"UDO Rebell. Rockstar. Ikone"
Alles Gute, Udo Lindenberg: Neue ARD-Doku für den Kultstar

  • von John Fasnaugh
Udo Lindenberg wird zum 80. Geburtstag mit der ARD-Doku "UDO Rebell. Rockstar. Ikone" gewürdigt.
Udo Lindenberg wird zum 80. Geburtstag mit der ARD-Doku "UDO Rebell. Rockstar. Ikone" gewürdigt.
© NDR/ARD/Tine Acke

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Zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg gibt es 90 Primetime-Minuten im Ersten: In einer neuen Doku kommt neben vielen Wegbegleitern, Langzeitfans und Freunden auch der Kultstar selbst zu Wort.

Für manche ist er ein "herrlicher Spinner, ein echter Verrückter", für andere "ein großes Vorbild, was Haltung angeht", für wieder andere schlicht und einfach "ein Gesamtkunstwerk". Es trifft alles zu. In erster Linie ist Udo Lindenberg jetzt aber Geburtstagskind. Am 17. Mai wird der legendäre Rocksänger 80 Jahre alt. Gefeiert wird mit einem neuen Best-of ("Alles unter einem Hut") und einem Tribute-Album ("We Love Udo"). Kabel Eins zeigt mal wieder das Biopic "Lindenberg! Mach dein Ding" (19. Mai, 20.15 Uhr). Außerdem gibt es da einen neuen Film: Einen Tag nach Lindenbergs Geburtstag würdigt das Erste den Kultstar mit einem groß angelegten Doku-Porträt. Hier ist er "Rebell. Rockstar. Ikone".

80 Jahre Udo in 90 Minuten, mit preußischer Genauigkeit eingehegt zwischen "Tagesschau" und neuen Folgen von "In höchster Not – Bergretter im Einsatz": So richtig Rock'n'Roll ist das vielleicht nicht. Vielleicht ist es auch ein bisschen zu kompakt. Allerdings würde wohl auch eine zehnteilige Dokureihe kaum ausreichen, um dieses wunderbar abenteuerliche Leben und diese irre Karriere lückenlos nachzuerzählen.

Inga Humpe, Anna Loos und Jan Josef Liefers, Jan Delay und Benjamin von Stuckrad-Barre, Karl-Georg "Steffi" Stephan vom Panikorchester, die Kaulitz-Brüder und Apache 207: Es sprechen, erzählen und schwärmen die unterschiedlichsten Wegbegleiter, Langzeitfans und Freunde. Dazu zeigt Filmemacherin Cornelia Quast in ihrer hoch im NDR-Norden produzierten Doku eine Menge Archivmaterial, das bis in die früheste Kindheit von Udo Lindenberg zurückreicht. Vor allem aber, das sind natürlich die schönsten Momente in diesem Film, spricht und tanzt und trommelt Udo Lindenberg himself. Sonnenbrille, Hut, dicke Lippe, irgendwo im Hamburger Hotel Atlantic, unverwechselbar.

"Alles klar, okay, und tschüss, ne."

Lindenberg erinnert sich an sein Aufwachsen in "Gronau an der Donau" ("tolle Stadt, bisschen klein"), an die starke "Connection" zu seiner Mama Hermine und an Klempner-Papa Gustav, der eigentlich lieber Dirigent gewesen wäre. Daran, wie er da rauswollte, sich auf Kreuzfahrtschiffe träumte und dann zunächst als Schlagzeuger den Weg ins Musikgeschäft fand.

Besonders tief steigt die Doku hier und auch später nicht ein, viele Anekdoten hat man in anderer Formulierung früher schon gehört. Aber diese Udo-Geschichten werden ja auch nicht langweilig: von der Reeperbahn, vom "Sonderzug nach Pankow" und den Briefen an Erich "Honni" Honecker, von der ersten richtigen Tour durch die DDR, von Panikorchester und Klaus Doldinger, von "Rock'n'Roll und so".

Der Film, der schon einige Tage vor TV-Ausstrahlung in der ARD-Mediathek abrufbar ist (ab Sonntag, 10. Mai), erinnert auch an "jede Menge Schnaps und Trips", gerade in den 80-ern. Aufwachen im Krankenhaus mit vier Promille. "Gut, dass man das überlebt hat", sagt Lindenberg, der sich mehrfach neu erfand und zuletzt einige seiner größten Karriere-Erfolge feierte – die Hit-Single "Komet" mit Apache 207 etwa, seine erste Nummer eins überhaupt. Was soll da jetzt noch kommen? Zutrauen müsste man Udo Lindenberg eigentlich alles. Kurz vor Ende des Films steigt er in den Fahrstuhl im Hotel Atlantic, Sonnenbrille, Hut, wahrscheinlich geht's nach oben. "Alles klar, okay, und tschüss, ne."

UDO Rebell. Rockstar. Ikone – Mo. 18.05. – ARD: 20.15 Uhr

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