Mit "Das Rauschen in den Bäumen" hat der Kabarettist und Charakterdarsteller Andreas Giebel ("Watzmann ermittelt") ein ebenso nachdenkliches wie pointiertes Solo-Programm auf die Bühne gebracht, das sich den großen und kleinen Fragen des Lebens widmet. In der rund 45-minütigen BR-Aufzeichnung "Andreas Giebel – Live auf der Bühne!" steht weniger der schnelle Gag im Vordergrund als vielmehr eine ruhige, oft philosophische Betrachtung des Alltags. Es geht auch um den Versuch, in einer überdrehten Welt Orientierung zu finden.
Im Zentrum des Programms stehen Figuren, die beispielhaft für unterschiedliche Lebensentwürfe und Sehnsüchte stehen: Lotte, die sich durch den alltäglichen Kleinkram kämpft und verzweifelt versucht, alles richtigzumachen. Horst, der sich kurze Auszeiten gönnt, aber nie wirklich abschalten kann. Viona, die ihr Heil in der inneren Einkehr sucht. Und Anton, der sein Leben zunehmend einem kleinen Bildschirm überlässt. Sie alle eint der Wunsch nach einem gelingenden Leben.
Endlich ankommen – auf der Parkbank
Andreas Giebel verbindet die Episoden zu einer übergeordneten Erzählung über das menschliche Streben nach Glück. Dabei geht es um Erwartungen, die selten erfüllt werden, um Versprechen, die sich als trügerisch erweisen, und um die permanente Suche nach dem richtigen Weg. Immer wieder stellt sich die Frage, ob Optimismus gerechtfertigt ist.
Mit feinem Humor und präziser Beobachtungsgabe richtet der langjährige "München 7"-Darsteller den Blick dabei auch auf die eigenen Widersprüche. Es sind nicht nur äußere Einflüsse, die uns ausbremsen, sondern oft die eigenen Ansprüche und Zweifel. Der Alltag wird so zur Bühne für ein ständiges Ringen zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Am Ende steht ein stilles Bild, das dem Programm seinen Titel gibt: Ein Mensch sitzt auf einer Parkbank, scheinbar angekommen, ohne den Druck, noch etwas erreichen zu müssen. Ein Moment der Ruhe, in dem es nichts mehr zu verpassen gibt – und in dem nur noch "das Rauschen in den Bäumen" zu hören ist.
Andreas Giebel – Live auf der Bühne – Do. 11.06. – BR: 22.00 Uhr