Wer ist der wahre Thronfolger? Der Streit, der das „House of the Dragon“ in zwei Lager gespalten hat, nimmt in der dritten Staffel ein nie gekanntes Ausmaß an.
Die dritte Staffel „House of the Dragon“ steht in den Startlöchern. Ab dem 22. Juni erscheinen wöchentlich neue Folgen auf HBO Max sowie auf Sky und Wow. Fans des „Game of Thrones“-Prequels erwartet vor allem eines: jede Menge Action.
Am Ende der zweiten Staffel standen alle Zeichen auf Krieg. Rhaenyra Targaryen wirkte entschlossener und kompromissloser denn je. Mit den neuen Drachenreitern, die sie zuletzt rekrutieren konnte, will die rechtmäßige Thronfolgerin ihren Anspruch auf die Krone durchsetzen. Auf der Gegenseite hat sich ihr Halbbruder Aemond Targaryen als skrupelloser Kriegsherr etabliert. Zwar sitzt offiziell sein Bruder Aegon II. auf dem Thron, doch die Macht in Königsmund liegt zunehmend in Aemonds Händen.
Das Reich hat sich längst in zwei Lager gespalten: Die „Schwarzen“ unterstützen Rhaenyra, die „Grünen“ halten Aegon die Treue. Während beide Seiten ihre Armeen mobilisieren, Flotten in Stellung bringen und Drachen zum Kampf aufsteigen lassen, steuert Westeros auf einen offenen Bürgerkrieg zu. Der als „Tanz der Drachen“ bekannte Konflikt beginnt damit erst so richtig. Und das zeigt sich bereits in der ersten Episode der neuen Staffel.
„House of the Dragon“-Staffel startet mit gigantischer Schlacht
Zum Auftakt erwartet die Zuschauer eines der größten Kriegsspektakel der gesamten Serie: die Schlacht in der Gurgel. Ein Kampf, der laut „House of the Dragon“-Schöpfer Ryan Condal den Wendepunkt im „Drachentanz“ darstellt. Bereits am Ende der ersten Staffel hatte Rhaenyra die Meerenge blockieren lassen und damit die Hauptstadt Königsmund von ihrer wichtigsten Handelsroute abgeschnitten. Die Gegenseite versuchte seither unermüdlich, die Seeblockade zu brechen, was zu Beginn der neuen Staffel in eine gigantische Seeschlacht mündet.
Aemond Targaryen hat in Königsmund zunehmend die Macht an sich gerissen, sein Bruder Aegon – der eigentliche König – ist unterdessen heimlich geflohen
„Es ist wohl die verrückteste Folge, die jemals im Fernsehen gedreht wurde“, sagte Condal kürzlich im Gespräch mit „Entertainment Weekly“. Der Kampf zähle aufgrund seiner dramatischen Wucht und der „Art und Weise, wie sich die Welt danach verändert und wie sich das Machtgleichgewicht verschiebt“ zu den Höhepunkten der neuen Staffel.
Auch die weiteren Folgen enthalten deutlich mehr Kampf- und Schlachtszenen als die vorherigen Staffeln. Condal kündigte „gewaltige, actiongeladene Szenen im Stil von ‚Game of Thrones‘“ an. Und Emma D'Arcy, die Rhaenyra Targaryen verkörpert, sagte im Gespräch mit „Entertainment Weekly“: „Endlich erleben wir den Krieg, der sich seit zwei Staffeln aufgebaut hat.“
Auch hinter den Kulissen hat es geknallt
Wenig friedlich ging es auch hinter den Kulissen der Produktion zu. Schon länger ist bekannt, dass George R. R. Martin, Autor von „Game of Thrones“ und Schöpfer des gesamten Westeros-Universums, sich mit Ryan Condal zerstritten hat. Martin hat zwar die gesamten Filmrechte seiner Romane an Warner Bros. verkauft, trotzdem will der 77-Jährige weiter bei der Geschichte mitreden. Seiner Meinung nach sollten Buchverfilmungen so nah wie möglich am Original sein. Das gelte auch für „House of the Dragon“, schließlich basiert die Serie auf seiner Buchreihe „Feuer und Blut“.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Youtube integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
Die Figuren, die er für das Fantasy-Universum entwerfe, seien wie Kinder für ihn, betonte der Autor immer wieder. Bei grundlegenden Änderungen fordert er daher ein Mitspracherecht – oder zumindest eine nachvollziehbare Erklärung. Doch Martin zufolge hat Condal, mit dem er anfangs noch produktiv zusammengearbeitet habe, während der zweiten Staffel nicht mehr auf ihn gehört. „Ich gab ihm Hinweise, aber nichts passierte. Es wurde immer schlimmer, und ich war zunehmend genervt“, erzählte Martin dem „Hollywood Reporter“.
Dem Bericht zufolge verschlechterte sich das Verhältnis der beiden so weit, dass es vor der dritten Staffel zur Eskalation kam. In einer Zoom-Konferenz mit dem Autor und dem Sender HBO habe Condal seine Vision für die kommende Staffel präsentieren sollen. Daraufhin habe Martin zahlreiche Einwände geäußert, die in eine hitzige Debatte ausgeartet seien. Schlussendlich habe der Sender den Autor gebeten, sich komplett aus der Produktion zurückzuziehen, ihn aber wenig später wieder zurückgeholt.
„Game of Thrones“-Autor George R. R. Martin bezeichnete das Verhältnis zu „House of the Dragon“-Schöpfer Ryan Condal jüngst als „miserabel“
Auf das Zerwürfnis angesprochen, betonte Ryan Condal im Interview mit „Entertainment Weekly“, dass er sich nach Kräften bemüht habe, Martin in den Adaptionsprozess einzubeziehen. Doch der Autor sei nicht mehr in der Lage gewesen, die praktischen Probleme vernünftig anzugehen. „Ich muss einfach weitermachen, im Interesse der Crew, der Schauspieler und von HBO, denn das ist meine Aufgabe.“
Damit machte Condal deutlich, dass er bei den kreativen Entscheidungen letztlich seinen eigenen Kurs verfolgt hat. Leser der Romanvorlage sollten sich deshalb darauf einstellen, dass nicht jede Figur und nicht jede Handlung denselben Weg nimmt wie in George R. R. Martins Büchern.
Zwei vielversprechende Charaktere kommen hinzu
Im Vorfeld der neuen Staffel sind bereits eine Handvoll neue Figuren und deren Darsteller bekannt geworden. Wichtig für die Handlung werden demnach vor allem zwei Charaktere: Lord Ormund Hohenturm und Lord Roderick Staublin.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
Letzterer, das Oberhaupt des Hauses Staublin, wird in den Büchern von George R. R. Martin als kompromissloser und loyaler Nordmann beschrieben, der einige der legendärsten Kampfszenen liefert. Als Unterstützer von Rhaenyra Targaryen trommelt er eine riesige Armee von Nordmännern – die „Winterwölfe“ – zusammen, um für die rechtmäßige Thronfolgerin in den Krieg zu ziehen. Bei Fans, die die Bücher gelesen haben, ist Staublin bereits eine beliebte Figur.
Condal ist überzeugt davon, dass der Nordmann auch in der Serie zum Publikumsliebling werden wird. Die Rolle hat „Sons of Anarchy“-Star Tommy Flanagan übernommen. Über seine Figur sagte er im Gespräch mit „Entertainment Weekly“: „Er ist dieser alte, wilde Krieger. Alles, was er will, ist, einen glorreichen Tod zu sterben.“ Viele Szenen mit Lord Staublin seien brutal, manchmal aber auch humorvoll.
Mehr Streitkräfte, mehr Gewalt
Auf der Gegenseite zieht Ormund Hohenturm in den Krieg. Als Lord von Hohenturm führt er das Heer seines Hauses auf einem Marsch nach Königsmund an, um den Kampf gegen Rhaenyra aufzunehmen. Verkörpert wird Lord Hohenturm von James Norton. Der britische Schauspieler ist bekannt für seine Rollen in den Fernsehserien „Happy Valley“ und „Grantchester“, er spielte aber auch in Serien wie „McMafia“ und der Miniserien-Adaption von „Krieg und Frieden“ aus dem Jahr 2016 mit. In einem Interview mit „Men’s Health“ beschrieb der Schauspieler die Dreharbeiten für „House of the Dragon“ als „wunderbar“ und „verrückt“.
Lord Ormund Hohenturm ist mit wichtigen Protagonisten im „House of the Dragon“-Universum verwandt: Er ist der Neffe von Otto Hohenturm und der Cousin von Alicent Hohenturm
Er habe besonders Gefallen gefunden an den Schwertern, den Rüstungen und den groß angelegten Schlachtszenen. Sein Kommentar lässt vermuten, dass Ormund Hohenturm in der dritten Staffel eine wichtige Rolle spielen und dem Konflikt eine neue Dynamik verleihen wird. Schließlich bringt der Lord eine neue, militärische Macht ins Spiel.
Die beiden neuen Figuren verdeutlichen noch einmal, wie sehr die Zeichen auf Krieg stehen. Einerseits werden die Armeen größer und die Schlachten gewaltvoller. Andererseits werden neue Häuser und noch mehr Regionen von Westeros eingebunden. Dadurch wird der „Drachentanz“, der zuvor stark auf die familiären Konflikte der Targaryens fokussiert war, zum kontinentalen Krieg. Damit rückt auch eine bittere Gewissheit näher, die von Beginn an über der Serie schwebt: Der Niedergang der Targaryens – inklusive ihrer Drachen – ist nicht mehr aufzuhalten.