Weit weg vom Mainstream, aber von der internationalen Kritikerszene gefeiert: Nur wenige Filme aus Deutschland sorgten in den letzten Jahren für so viel Aufsehen wie "Die heilige Saat des Feigenbaums". Das Drama wurde nach der Premiere in Cannes 2024 mit dem Sonderpreis der Jury gewürdigt, gewann den Publikumspreis in Sydney und wurde vom US-Filmverband National Board of Review als bester fremdsprachiger Film des Jahres ausgezeichnet. Insgesamt war der Film von Mohammad Rasoulof für über 100 Preise nominiert – darunter auch der Auslands-Oscar (der dann allerdings an den brasilianischen Beitrag "Für immer hier" ging). Jetzt landet "Die Saat des heiligen Feigenbaums" als TV-Erstausstrahlung im ARTE-Programm.
Mohammad Rasoulof ist zwar ein iranischer Filmemacher, sein Film ging aber dennoch als deutscher Oscar-Kandidat ins Rennen, da "Die Saat des heiligen Feigenbaums" auch in Deutschland produziert wurde. In dem Drama erzählt Rasoulof nach eigenem Drehbuch von einem Untersuchungsrichter in Teheran, dessen Leben inmitten der Unruhen in der iranischen Hauptstadt aus den Fugen gerät. Als seine Waffe verschwindet, verdächtigt der zunehmend unter Paranoia leidende Jurist seine Töchter, etwas damit zu tun zu haben. In seinem Wahn sperrt er die Frauen im Keller seines Hauses ein.
Regisseur Rasumof nach Filmpremiere zu Haft und Peitschenhieben verurteilt
In jüngerer Vergangenheit gehörte Mohammad Rasoulof zu den regimekritischsten Filmemachern des Iran. Kurz nach der Cannes-Premiere von "Die Saat des heiligen Feigenbaums" wurde er von den damaligen Machthabern in Teheran zu acht Jahren Haft und mehreren Peitschenhieben verurteilt. Anlass waren regierungskritische Äußerungen des Regisseurs und Drehbuchautors. Daraufhin setzte der Filmemacher sich ins Ausland ab – zuletzt soll Rasoulof, der 2025 auch in die Wettbewerbsjury der Filmfestspiele in Venedig berufen wurde, unter anderem in Hamburg gelebt haben.
Die Saat des heiligen Feigenbaums – Mi. 13.05. – ARTE: 21.55 Uhr