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"DSDS"-Gewinner Mehrzad Marashi: "Ich dachte, Schreyl hat sich versprochen"

Mehrzad Marashi heißt der frisch gebackene Sieger von "Deutschland sucht den Superstar". Im stern.de-Interview spricht er über den Moment der Entscheidung, seinen Rivalen Menowin Fröhlich und die weitere Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg bei "DSDS", Herr Marashi. Wie waren Ihre ersten Stunden als "Superstar"?
Anstrengend. Nach der Show ging es sofort mit Presseterminen und Fotoshootings weiter. Ich konnte erst so gegen drei Uhr mal für eine Stunde bei der Aftershow-Party vorbeischauen. Anschließend bin ich mit meiner Frau ins Hotel, und wir haben noch lange darüber geredet, was da gerade mit meinem Leben passiert ist. Geschlafen habe ich keine drei Stunden.

Während der Show sahen Sie nicht sehr optimistisch aus.


Das stimmt. Seit dem Halbfinale war ich krank, auch am Samstagabend war meine Stimme höchstens bei 60 Prozent. Da habe ich mir natürlich Sorgen gemacht, dass es nicht reichen könnte. Als dann bei "Don't believe", dem Siegersong, auch noch mein "In-Ear"-Kopfhörer kaputt ging und ich mich beim Singen nicht hören konnte, dachte ich: Jetzt ist es aus. Jetzt hast du dir dein eigenes Grab geschaufelt. Spring rein, wirf Sand drauf, fertig.

Und dann sagt Marco Schreyl am Ende der Entscheidungsshow auf einmal den Namen Mehrzad Marashi.
Kein Witz: Ich dachte im ersten Moment wirklich, er hat sich versprochen. Auch jetzt noch, einige Stunden später, kann ich es noch nicht so richtig glauben. Ich habe so lange darauf hingearbeitet, von meiner Musik leben zu können. So viele Leute haben mir gesagt: "Du bist fast 30, mach endlich was Vernünftiges" - und nun geht mein Traum in Erfüllung.

Wie groß war die Rivalität zwischen Ihnen und Menowin Fröhlich wirklich?


Das ist in der Sendung natürlich hochgekocht worden. Es war ja nicht so, dass wir uns hassen. Es ist wie in einer Wohngemeinschaft: Anfangs lernt man sich kennen, lacht viel, doch irgendwann kommt der Moment, an dem man merkt, dass es nicht richtig passt. Und bei Menowin habe ich eben gespürt, dass wir sehr unterschiedliche Menschen sind.

Nach dem Finale haben Sie Ihren Konkurrenten in den Arm genommen. Was haben Sie ihm da zugeflüstert?


Ich habe ihm gesagt, dass alles, was in der Show war, nun vergessen ist. Ich wollte nicht, dass wir uns als Feinde trennen und auf die andere Straßenseite wechseln, wenn wir uns mal wieder begegnen. Ich habe ihm gesagt, dass ich sehr viel Respekt vor ihm als Musiker habe und ihm viel Glück für die Zukunft wünsche.

Wie viel haben Sie von seinem Lebensstil mitbekommen?


Nicht viel, er war ja schon vor Wochen aus dem Loft ausgezogen. Das meiste habe ich daher auch nur aus der Presse erfahren.

Bei der Halbfinal-Show haben Sie Ihrer Freundin Denise öffentlich einen Heiratsantrag gemacht. Mussten Sie vorher darüber lange nachdenken?


Ich habe beim Einzug in den Recall gesagt: Schaffe ich es bis ins Halbfinale, mache ich ihr den Antrag. Und so war es denn ja auch. Ein Mann hält natürlich sein Wort. (lacht)

Es wirkte schon sehr inszeniert.
Wenn ich das für die Schlagzeile gemacht hätte, hätte ich dicker aufgetragen. Mir wurde ja angeboten, dass wir den Antrag mit Special Effects machen und das Licht runterdimmen. Aber ich wollte es nicht so schnulzig machen. Also bin ich nach meinem Auftritt runter von der Bühne, habe Denise den Ring gegeben und fertig aus. Es war ein Liebesbeweis, mehr nicht.

Wie verstehen Sie sich mit Dieter Bohlen?


Gut, ich habe ihn inzwischen von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Wenn man mit ihm arbeitet, merkt man erst, wie lustig er wirklich ist. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Keine Angst vor künstlerischen Differenzen? Bohlens seichte Titel sind ja berüchtigt.


Das wird schon passen. Ich denke, dass er auf mich eingehen wird, und wir gemeinsam den Weg finden werden, der am besten für mich ist.

Interview: Björn Erichsen