"Die Frau des Heimkehrers"
Emotionales Nachkriegsdrama mit Christine Neubauer

  • von Jasmin Herzog
Trennung auf ungewisse Zeit: Karlheinz Rombach (Timothy Peach) verabschiedet sich von seiner Frau Eva (Christine Neubauer). Er muss zurück an die Ostfront.
Trennung auf ungewisse Zeit: Karlheinz Rombach (Timothy Peach) verabschiedet sich von seiner Frau Eva (Christine Neubauer). Er muss zurück an die Ostfront.
© ZDF/ARD Degeto/Reiner Bajo

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In "Die Frau des Heimkehrers" wartet Christine Neubauer im bei 3sat wiederholten Nachkriegsdrama von 2006 vergeblich auf die Rückkehr ihres Ehegatten von der Front. Als sie sich schließlich auf einen neuen Mann einlässt, steht plötzlich der Totgeglaubte vor der Haustür. Nichts ist mehr, wie es war.

Es gab eine Zeit, da war Christine Neubauer gefühlt mindestens dreimal die Woche im TV zu sehen, besonders oft in Filmen der ARD Degeto, die die fleißige Darstellerin mit Vorliebe für die "Frau zwischen zwei Männern" in unterschiedlichen Varianten einsetzte. Im Melodram "Die Frau des Heimkehrers" wurde die konfliktreiche Konstellation in einen zeitgeschichtlichen Rahmen gebettet, der aus der gemütlichen Abendunterhaltung ein ambitioniertes und aufwendiges Filmprojekt werden ließ. 3sat wiederholt den Film nun. Zur Erstausstrahlung im März 2006 schalteten 6,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein.

1944: Nach kurzem Heimaturlaub muss der Soldat Karlheinz Rombach (Timothy Peach) Abschied nehmen vom kleinstädtischen Idyll, von Ehefrau Eva (Christine Neubauer) und Sohn Peter (Julian Deiback Schädlich / Pascal Andres). Ehe er an die Ostfront zurückkehrt, soll ihm sein Freund, der Kriegsinvalide Sebastian (Martin Feifel), versprechen, für die beiden zu sorgen. Karlheinz gerät in russische Gefangenschaft, seine Briefe von dort erreichen die Heimat nicht. Eva hofft jahrelang mit ungebrochener Standhaftigkeit auf die Rückkehr ihres Mannes. Erst als alles dagegen spricht, dass er noch lebt, wendet sie sich Sebastian zu, der sie dezent umwirbt.

Alles muss ausformuliert werden

"Die Frau des Heimkehrers" wirft ein emotionales Schlaglicht auf ein bedeutsames Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Leider scheint das Drehbuch den Schauspielern – oder den Zuschauern – nicht zuzutrauen, Befindlichkeiten wortlos auszudrücken und wahrzunehmen. Alles muss ausformuliert werden: "Er fehlt mir so, diese Ungewissheit", heißt es da, oder: "Wenn ich aufhöre, ihr zu schreiben, verliere ich die letzte Hoffnung." Schade, denn die hochkarätige Darsteller-Riege (mit dabei Eva-Maria Hagen und Peter Sodann als Evas Eltern) hätte Entbehrung, Ungewissheit und Verzweiflung wohl auch ohne diese Wort-Gewalt zu verkörpern gewusst.

Eine ergreifende und sensible Auseinandersetzung mit den Kriegsfolgen findet erst statt, als Karlheinz 1948 tatsächlich nach Hause kommt. Die Jahre in Gefangenschaft haben ihn verändert, während Eva ihrem Leben eine neue Wendung gab. Der Konflikt zwischen den beiden ist von Neubauer und Peach – die häufiger ein TV-Paar waren – intensiv gespielt. "Die Frau des Heimkehrers" spiegelt darüber hinaus autobiografische Erinnerungen des Drehbuchautors Felix Huby wider.

"Die Frau des Heimkehrers" – Fr. 08.05. – 3sat: 20.15 Uhr

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