Zwischen Klassikern wie "Raumpatrouille Orion" oder "Der schweigende Stern" und modernen Ausflügen à la "Das Signal" kann man im Weltall spielende Serien und Filme aus Deutschland bis heute an einer Hand abzählen. Holte das SciFi-Genre im Allgemeinen zuletzt einiges nach, sind galaktische Abenteuer hierzulande noch immer Mangelware. Hoffnung darauf, dass sich das langsam ändert, macht nun eine neue ARD-Serie: "Stardust Hotel" spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit die Erde längst verlassen hat und ins All ausgewandert ist.
Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"Stardust Hotel" – ARD Mediathek
In sieben, mit je 25 Minuten vergleichsweise kurzen Episoden folgt die neue SWR-Produktion "Stardust Hotel" (ab Freitag, 22. Mai, ARD Mediathek) der überaus diversen Hotelbesatzung: Herumtreiberin Nia (Vanessa Loibl) will ihr überraschendes Erbe, das heruntergekommene fliegende Luxushotel, sogleich renovieren, um es an den Hotelmogul Jon Miko (Roland Bonjour) zu verkaufen und dadurch ihre Schulden bei ihm loszuwerden: So zumindest lautet der Plan der jungen Frau, die Vanessa Loibl als schnoddrigen Outlaw mit erfrischender Offenheit spielt. Doch natürlich kommt es anders als gedacht: Die eingesessene Hotel-Crew empfängt die Neue eher kühl. Außerdem muss das Haus wieder zum Sternehotel werden – und dafür reicht es nicht, den vorhandenen Stern auf dem Dach einzuschalten, wie Nia bald bemerkt.
Also geht es an die Aufhübschung der einstigen Prachtbleibe, die nach Jahren endlich wieder Gäste aus der ganzen Galaxie empfangen soll. Nia kann das eingeschworene Personal langsam von ihrem Vorhaben überzeugen. Was sie lieber nicht verrät: Das Ganze muss schnell gehen, damit der potenzielle Käufer nicht abspringt. Schließlich würden die Bewohner des Hotels eine solche Gentrifizierung im Weltall wohl ablehnen – das "Stardust Hotel" ist den schrulligen Angestellten Yakumi (Silke Sollfrank) und Eks (Tomomi Themann), Dauergast Vero Sue (Sabine Vitua) und Adam zur Heimat geworden.
Es ist eine sonderbare, sehr liebenswerte Wahlfamilie, deren Charme sich Nia (ebenso wie das Publikum) nur schwer entziehen kann. Vor allem nicht jenem von Android Adam, zu dem sich die junge Frau seltsam hingezogen fühlt – auch wenn beide alles daran setzen, ihre Emotionen zu ignorieren. "Stardust Hotel" gefällt als charmantes Weltraum-Kammerspiel und Kosmos-RomCom voller guter Einfälle und Anspielungen. Neben den wunderbar harmonierenden beiden Hauptdarstellern samt ihrer Entourage überzeugt auch ein Promi, den man zwar nicht sehen, dafür aber gut hören kann: Detlev Buck leiht seine norddeutsche Stimme dem sehr direkten, doch liebenswerten Serviceroboter Smartie.
"Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War" – Prime Video
Natürlich, das müsste jedem Agenten klar sein, kann man sich nicht einfach aus dem Spionagegeschäft zurückziehen und ein Leben als Zivilist genießen. Erst recht nicht, wenn man wie Jack Ryan (John Krasinski) die Hauptfigur in einer erfolgreichen Actionserie ist, die auf einer noch erfolgreicheren Romanreihe basiert. Drei Jahre nachdem er seinen Dienst bei der CIA quittiert hat, ist das beschauliche Leben für den brillanten Analysten vorbei: Er muss im Actionthriller "Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War" ab 20. Mai bei Prime Video erneut die Welt retten.
Schon zwischen 2019 und 2023 hatte Jack Ryan bei Prime Video mit dem ihm eigenen naiven Humanismus gegen Terroristen, gierige Politiker und Korruption in den eigenen Reihen gekämpft. Dass die erfolgreiche Actionserie frühzeitig endete, lag vordergründig an Hauptdarsteller John Krasinski, der nur für vier Staffeln unterschrieben hatte und seine Figur nicht weiter in Serienform spielen wollte. Sein Comeback feiert Ryan nun in einem spektakulären Spielfilm, für den Krasinski das Drehbuch mitverfasste.
Für Ryan ist die Rückkehr auch eine persönliche Angelegenheit, da er mit Entscheidungen und Fehlern in seiner Vergangenheit konfrontiert wird: Seine alten Mitstreiter James Greer (Wendell Pierce), Mike November (Michael Kelly) und Elizabeth Wright (Betty Gabriel) brauchen im Kampf gegen eine abtrünnige Black-Ops-Einheit dringend Unterstützung. Neu dabei ist Sienna Miller als britische MI6-Agentin Emma Marlowe, deren operative Härte die analytischen Fähigkeiten Ryans ergänzt – und das ist dringend nötig.
"Maximum Pleasure Guaranteed" – Apple TV
Nach ihrer Scheidung hat Paula Sanders (Tatiana Maslany) im zehnteiligen Apple-Original "Maximum Pleasure Guaranteed" (zwei Folgen ab Mittwoch, 20. Mai, danach wöchentlich) eigentlich schon genug um die Ohren: In ihrem Job steht die Journalistin dauernd unter Druck, hinzukommen der Rechtsstreit mit ihrem Mann Karl (Jake Johnson), der das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Hazel (Nola Wallace) anstrebt, und Paulas Identitätskrise: "Ich kann mich gerade so über Wasser halten", klagt sie. Der einzige Lichtblick für die gestresste Frau sind die regelmäßigen Videotreffen mit dem attraktiven Camboy Trevor (Brandon Flynn). Doch als dieser während eines ihrer Treffen plötzlich in seiner Wohnung überfallen und entführt wird, erscheinen Paulas Alltagssorgen bald wie Peanuts. Da Paula die Polizei verständigt, die ihr allerdings nicht glauben mag, wird die Zeugin bald selbst zur Gejagten...
"Maximum Pleasure Guaranteed" ist eine Comedy-Serie, die Thriller-Elemente mit schwarzem Humor vermischt. David J. Rosen fungiert als Creator und Showrunner. Regie führte unter anderem der "Halloween"-Macher David Gordon Green.
"The Boroughs" – Netflix
In der Netflix-Serie "The Boroughs" (acht Folgen, ab Donnerstag, 21. Mai) verspricht die gleichnamige Seniorenanlage ihren Bewohnerinnen und Bewohnern "die schönste Zeit Ihres Lebens" in den sonnenverwöhnten Weiten der Wüste von New Mexico: "Das Boroughs ist ein schönes Fleckchen", versucht Bewohner Jack (Bill Pullman) den Ort dem Neuankömmling Sam Cooper (Alfred Molina) schmackhaft zu machen: "Wir sorgen hier füreinander wie eine Familie." Doch für den trauernden Witwer fühlt sich sein neues zu Hause eher wie ein Gefängnis an.
Seine Skepsis bleibt nicht unbegründet, denn schon bald nach seiner Ankunft beginnt Sam Cooper merkwürdige Dinge zu sehen. Das Leitungsteam der Anlage versucht das als harmlose Spinnereien eines alten Mannes abzustempeln, aber Sam weiß es besser ... Immerhin wirken die "Stranger Things"-Schöpfer Matt und Ross Duffer an der Serie mit. Wie im fiktiven Hawkins kann man also auch hier davon ausgehen, dass etwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Um seine Beobachtungen zu beweisen, bildet Sam gemeinsam mit einer zynischen Musikmanagerin, einem genialen Arzt und eine cleveren Ex-Journalistin bald eine kuriose Allianz.